<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Brenkster Tools &#187; reviews</title>
	<atom:link href="http://www.brenkstertools.com/category/reviews/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.brenkstertools.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Sep 2010 16:30:32 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Comic Quickie &#124; Courtney Crumrin &#8211; GRATIS COMIC TAG EDITION</title>
		<link>http://www.brenkstertools.com/comic-quickie-%c2%a0courtney-crumrin-gratis-comic-tag-edition</link>
		<comments>http://www.brenkstertools.com/comic-quickie-%c2%a0courtney-crumrin-gratis-comic-tag-edition#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 17:55:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[comics]]></category>
		<category><![CDATA[quickies]]></category>
		<category><![CDATA[reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Courtney Crumrin Oni Press Onipress Modern Tales Moderntales Ted Naifeh Gratis Comic Tag GCT Edition Serena Valentino Gloomcookie Aloysius]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.brenkstertools.com/?p=1793</guid>
		<description><![CDATA[Mit etwas Verspätung (wenn man bei einem Monat und 21 Tagen noch von &#8216;etwas&#8217; Verspätung reden kann) flogen Heute nun auch endlich bei mir meine georderten Hefte vom Gratis Comic Tag ein. Umso schöner für mich den ersten Comic Quickie seit einer verflucht langen Zeit nun Courtney Crumrin, einer ganz besonders zauberhaften und fantasievollen Perle aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">
<a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/gallery/other/courtney_crumrin_naifeh.jpg" title="" class="shutterset_singlepic1323" >
	<img class="ngg-singlepic ngg-right" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/gallery/cache/1323__320x240_courtney_crumrin_naifeh.jpg" alt="courtney_crumrin_naifeh" title="courtney_crumrin_naifeh" />
</a>
Mit etwas Verspätung (wenn man bei einem Monat und 21 Tagen noch von &#8216;etwas&#8217; Verspätung reden kann) flogen Heute nun auch endlich bei mir meine georderten Hefte vom <a href="http://www.gratiscomictag.de/" target="_blank">Gratis Comic Tag</a> ein. Umso schöner für mich den ersten Comic Quickie seit einer verflucht langen Zeit nun Courtney Crumrin, einer ganz besonders zauberhaften und fantasievollen Perle aus der Feder von Ted Naifeh, zu widmen.</p>
<p style="text-align: justify;">In der gotischen Horrorcomicreihe des renommierten Independentkünstlers Naifeh, der sich durch sein schauriges Artwork für Serena Valentinos &#8220;Gloomcookie&#8221; einen Namen gemacht hat, dreht sich alles um die Titelgebende Hexe in Ausbildung, die gemeinsam mit ihrem Onkel und Lehrmeister Aloysius gegen die Dämonen der Nacht antritt. Dabei decken die Abenteuer eine sehr große Bandbreite an erzählerischen Kniffen ab. Mal surreal, hin und wieder makaber, manchmal zum brüllen Komisch aber immer charmant, einfühlsam und mit viel Liebe zum Detail bespickt.</p>
<p style="text-align: justify;">Die &#8220;Gratis Comic Tag&#8221; Ausgabe fungiert gleich als perfekter Einstieg für Neuleser denen ein spannender Prolog serviert wird. So muss sich Courtney gleich einem bösartigen Schattentroll stellen, der auf den Namen &#8216;Tommy Knochenkopf&#8221; hört. Dieser macht nämlich blutige Jagd auf mächtige Magier, und auch Onkel Aloysius steht auf dessen Speisekarte. Doch schnell wird Klar dass das Monster nicht einfach auf schnelle Nahrung aus ist, sondern von einem weiteren Magier für einen weitaus größeren, finstereren Zweck erweckt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/gallery/other/courtney_crumrin_panel.jpg" alt="courtney_crumrin_panel" />In vielerlei Hinsicht kann Courtney Crumrin als Antithese zu Harry Potter bezeichnet werden. Nicht nur dass das Medium anders ist und sich die Protagonisten vom Geschlecht unterscheiden. So ist Courtney schon jetzt eine Willens- und Charakterstarke Person, die der Furcht eher ins Gesicht lacht, als dass sie sich ihr hingibt. Auch fungiert sie als wunderbare Identifikationsfigur von so manchem Underdog. Sie ist die Aussenseiterin in ihrer Klasse, und ihre Kameraden fürchten und verachten sie eher, als sich mit ihr abzugeben. Von ihren Eltern bekommt sie keineswegs die Beachtung, die Kindern eigentlich zustehen sollte. Einzig ihr Onkel Aloysius ist eine Bezugsperson für sie, auf die sie sich voll und ganz verlassen kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Ted Naifeh bedient sich einem weitestgehend modernen Erzählstil für seine Charaktere, der im direkten Kontrast zur leicht altertümlichen, fabelähnlichen Erzählstimme steht, die die Handlung vorantreibt. Dabei darf man allerdings nicht glauben dass man es strickt mit altmodischer Kinderbuchunterhaltung mit einem neumodernem Intermezzo zu tun hat. So wird gerade durch den lebhaften Schreibstil manch eine Unart kund getan. Da rollt gerne mal ein &#8216;Arsch&#8217; oder &#8216;Wichser&#8217; durch die Dialoge. Allerdings nie im übertriebenem Maße. Viel mehr unterstützt es die sonst so fantastische Geschichte dabei den alltäglichen Gegebenheiten einen bodenständig realistischen Touch zu verabreichen, der ungemein dabei hilft, dem Leser eine greifbare Atmosphäre in einer sonst nicht ganz so realistischen Welt aufzubauen, und sich mit den Charakteren zu identifizieren. Courtney Crumrin ist dennoch ein Comic, auf das durch die wundervoll gruselige Erzählweise, gerade Kinder unheimlich abfahren werden.<br />
Das offene Ende der &#8220;GCT-Edition&#8221; schafft es ohne viel Pathos den Wunsch nach mehr zu erwecken. Komplettisten brauchen sich aber nicht fürchten. Die Geschichte dieses Heftes wird abgeschlossen, auch wenn die Handlung weitergehen mag und den Heißhunger weckt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Artdesign ist formidabel, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Naifeh erzählt die Geschichte in einem wirkungsvollen schwarz-weiß und setzt stark auf die Kontraste. Grautöne gibt es keine, hier ist es das intelligente Spiel mit Schatten, das den einzelnen Szenen Tiefe verleiht. Courtney selbst sieht vielleicht so aus, als könnte sie direkt einem Samstagmorgen Cartoon entspringen, trotzdem schafft es Naifeh einen Kompromiss zwischen Real- und Surrealismus zu finden. Das ist zum einen erfrischend anzusehen und macht zudem unglaublich Spaß.</p>
<p style="text-align: justify;">Courtney Crumrin ist eine spannende Horrorgeschichte für Comicfans jeder Altersstufe und dürfte niemanden, der sich auch nur ein bisschen für Horror und Magie interessiert, enttäuschen. Skeptiker versuchen am besten das Gratis Comic Tag Heft aufzustöbern. Alle anderen dürfen sich ohne Bedenken direkt in die zauberhaften Abteuer stürzen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="ngg-singlepic ngg-center" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/gallery/other/courtney_crumrin_panel2.jpg" alt="courtney_crumrin_panel2" /></p>
<p style="text-align: justify;">Horror &#8211; Fantasy<br />
Story, Artwork u. Cover: Ted Naifeh<br />
© 2002-2010 <a href="http://www.onipress.com" target="_blank">Oni Press</a><br />
Deutsche Ausgaben erschienen bei <a href="http://www.modern-tales.de" target="_blank">Modern Tales</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.brenkstertools.com/comic-quickie-%c2%a0courtney-crumrin-gratis-comic-tag-edition/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Comic Quickie &#124; House Of Mystery Vol. 1: Room &amp; Boredom</title>
		<link>http://www.brenkstertools.com/comic-quickie-house-of-mystery-vol-1-room-boredom</link>
		<comments>http://www.brenkstertools.com/comic-quickie-house-of-mystery-vol-1-room-boredom#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 18:43:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[columns & rants]]></category>
		<category><![CDATA[comics]]></category>
		<category><![CDATA[reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Willingham]]></category>
		<category><![CDATA[DC]]></category>
		<category><![CDATA[Dc Comics]]></category>
		<category><![CDATA[House Of Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Luca Rossi]]></category>
		<category><![CDATA[Matthew Sturges]]></category>
		<category><![CDATA[Vertigo]]></category>
		<category><![CDATA[Vertigo Comics]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brenkstertools.com/?p=1606</guid>
		<description><![CDATA[Lasst uns doch heute alle gemeinsam ein Konzept für eine neue &#8220;On Going&#8221; Comicserie ausarbeiten. Welche Zutaten brauchen wir dafür? Zunächst einmal ein Genre unter dessem Deckmantel wir unsere Idee verwirklichen. Wenn ihr denn nun alle einverstanden seid, nehmen wir uns das Thema &#8220;Fabeln und Gute Nachtgeschichten&#8221; vor. Dann eine innovative, packende &#8211; vielleicht ja [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/778937cd27cdf178bd5a7b48c639fb82.jpg" target="_blank"><img class="alignright size-medium wp-image-1610" title="778937cd27cdf178bd5a7b48c639fb82" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/778937cd27cdf178bd5a7b48c639fb82-200x300.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Lasst uns doch heute alle gemeinsam ein Konzept für eine neue &#8220;On Going&#8221; Comicserie ausarbeiten. Welche Zutaten brauchen wir dafür? Zunächst einmal ein Genre unter dessem Deckmantel wir unsere Idee verwirklichen. Wenn ihr denn nun alle einverstanden seid, nehmen wir uns das Thema &#8220;Fabeln und Gute Nachtgeschichten&#8221; vor. Dann eine innovative, packende &#8211; vielleicht ja sogar &#8216;noch nie da gewesene&#8217; &#8211; Story, die dem, für unsere Idee, passendem Genre schmeichelt. Ein wenig Sozialsatire hier, ein spannender Cliffhanger am Ende der ersten Ausgabe da. Natürlich eine Handvoll liebenswerter Charaktere und, um das ganze abzurunden, einen Fiesling der die Motivation unserer Helden steigert.</p>
<p style="text-align: justify;">Oder wir machen es uns ganz einfach, packen die Mottenkiste unseres Verlages &#8216;raus (in diesem Fall DC Comics und dessen Vertigo Imprint) und verleihen dem ganzen einen komplett neuen Anstrich. Was, das ist euch nicht innovativ genug? Ein Schelm über mich, weil ich mir einfach die Ideen längst vergessener Tage zu Nutze mache? Und wenn ich euch nun sage dass ich mit <strong>Matthew Sturges</strong> und <strong>Bill Willingham</strong> gleich zwei Autoren die für ihre schaurig schönen Erzählungen (namhaft die <strong>fantastische</strong> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Fables_(Vertigo)" target="_blank">Fables</a> Reihe) bekannt sind, verpflichten konnte? Ach, noch immer nicht überzeugt? Sind wir gar etwas kleinlaut und verwöhnt? Wie ihr wollt&#8230; aber euch sei doch bitte gesagt dass ihr euch mit <strong>House Of Mystery </strong>die wohl derzeit beste Comicserie auf dem Markt entgehen lasst. Seid mir bitte nicht böse, aber hier wird auf keinen Fall mit Superlativen gespart. Denn was sich der leitende Schreiberling dieser Serie, Matthew Sturges, aus den Fingern saugt stellt stellenweise sämtliche Fantasien der von so manch einer Fabel in den Schatten.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/Homforsale.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-1613 alignleft" title="Homforsale" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/Homforsale-195x300.jpg" alt="" width="156" height="240" /></a>Wie schon erwähnt ist das Konzept dieser Reihe nicht ganz neu, wenn auch noch nie in dieser Form da gewesen. Basieren tut das ganze auf der gleichnamigen <strong><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/House_of_mystery" target="_blank">House Of Mystery</a> </strong>Comicreihe die ab dem kühlen Dezember von 1951 beim Stammverlag DC Comics publiziert wurde. In dieser ursprünglichen Form nahm die Serie große Anleihen auf die thematisch ähnlichen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tales_from_the_Crypt_(comics)" target="_blank">Geschichte aus der Gruft</a> die der Konkurrenzverlag EC Comics veröffentlichte. So drehte sich die zugrunde liegende Geschichte um die zwei Besitzer des Hauses, Cain (tatsächlich auch hier der Bruder von Abel) und Gregory, die sich trotz ihrer natürlichen Differenz immer auf Ruhe besinnen konnten, um dem Leser schaurig schöne Horrorkurzgeschichten erzählen zu können die von Ausgabe zu Ausgabe als &#8220;Comic innerhalb des Comics&#8221; eingebunden, und meist von verschiedenen Autoren und Zeichnern verwirklicht wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Viel zu Früh fiel diese Serie dann in ein kreatives Loch als mitte der 50er Jahre der Comic Code ausgerufen wurde, dessen ziel es war Comics kinderfreundlicher zu machen, und in Folge dessen die Geschichten fast gänzlich von übernatürlichen und okkulten Figuren wie Werwölfen und Vampiren befreite. Was diese Comicreihe allerdings nicht daran hinderte, nachdem sie 1983 aufgrund eher mäßiger Verkaufszahlen eingestellt wurde, im Jahre 1986 in alter Frische neu zu starten und mit insgesamt 321 Ausgaben bis 1998 ein stattliches Alter zu erreichen. Nun wanderte die Serie über zu <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Vertigo_Comics" target="_blank">Vertigo Comics</a>, bekannter Maßen DC&#8217;s Ablagestelle für Comics mit intensiveren, erwachsenen Inhalten. Gerade diese Freiheit der Darstellung eher pikanterer Themen gewährleistet Möglichkeiten für die Serie, die man schon seit 1955 anstrebt: zu ihren düsteren, surrealen Ursprüngen zurückzukehren&#8230; und dank eines erfrischend neuem Konzeptes das von Sturges und Willingham ausgearbeitet wurde, darüber weit hinaus zu wandern.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/house1.jpg" target="_blank"><img class="alignright size-medium wp-image-1615" title="house1" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/house1-192x300.jpg" alt="" width="154" height="240" /></a>Aber mal ehrlich, wen interessiert schon dieser ganze trockene, geschichtliche Pathos? Gehen wir doch lieber auf das hier angesprochene &#8216;Reboot&#8217; ein, auch wenn &#8216;Reboot&#8217; wohl nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Tatsächlich handelt es sich hierbei um eine indirekte Fortsetzung des Klassikers, die bereits in Neil Gaimans &#8216;Märchen für Erwachsene&#8217; <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Sandman_(Vertigo)" target="_blank">The Sandman </a>ihren Ursprung finden konnte. So wurde etabliert dass sich das besagte Haus der Mysterien in &#8216;the Dreaming&#8217;, dem Reich der Träume und Hort von Sandmans Hauptcharakter <strong>Morpheus</strong>, befindet.</p>
<p style="text-align: justify;">Gleich die erste Seite von <strong>Room &amp; Boredom </strong>beruft sich auf die längst vergangenen Ursprünge, wenn Cain und Abel gemeinsam mit einem Tässchen Tee im Land der Träume den Tag ausklingen lassen, und Abel von seinem Bruder Cain eine Axt in die Brust gerammt bekommt. Jemand hat Cains altes Domizil, das Haus, gestohlen. Und nach Jahren des Ruhestandes ist es an der Zeit, es wieder zurück zu gewinnen.</p>
<p style="text-align: justify;">So wird uns zu Anfang der große Unterschied zum ursprünglichem Haus klar: die neue, unverwüstliche Grundstimmung. Wenn auch mindestens genauso atmosphärisch und traumgleich wie in alten Tagen, liegt hierbei der Schwerpunkt viel mehr bei den Bewohnern des Hauses selbst und deren Vergangenheit. Oder auch ganz allgemein auf der Geschichte an sich, die sich von Kapitel zu Kapitel weiter ausbaut und schon in diesem ersten Sammelband richtig Lust auf einen packenden Höhepunkt macht, bei dem die vielen Fragen die sich aufgestaut haben, zumindest teilweise eine Beantwortung finden. Das Zentrum dieser Serie ist also eindeutig die Handlung, wohingegen die &#8216;Story&#8217; im &#8216;Original&#8217; eher das schmückende Beiwerk zu den wesentlich interessanteren Horrorkurzgeschichten war.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/dot1-1.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-1617" title="dot1.1" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/dot1-1-225x300.jpg" alt="" width="180" height="240" /></a>Das heißt natürlich nicht dass man sich von seinen Ursprüngen gänzlich entfernt hat. Auch hier haben von Ausgabe zu Ausgabe die Besucher dieses Etablissements eine düstere Geschichte auf Lager um sich so ein weiteres Getränk vom attraktiven und draufgängerischen Barkeeper <strong>Harry</strong> zu prellen. Geschichten, die nicht selten einen starken Magen des Lesers voraussetzen und die ein oder anderen gestärkten Neven. Schon die teuflische Geschichte im ersten Kapitel setzt den Grundton für alle Ausgaben, die noch folgen werden. Ohne zu viel zu verraten, dreht sie sich um eine naiv blonde, kindliche Schönheit vom Lande die sich in eine menschengroße Monsterfliege verliebt, und deren Früchte der Liebe ein böses Schicksal nach sich ziehen werden. Guten Appetit.</p>
<p style="text-align: justify;">In alter Tradition werden diese kleinen, bösen Geschichte, Ausgabe zu Ausgabe von einem anderen Künstler bebildert. Während die Haupthandlung von Luca Rossi in schaurig, gotische Bilder realisiert wird, sind es Künstler wie die wunderbare <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jill_Thompson" target="_blank">Jill Thompson</a>, die ihr schauriges stell-dich-ein geben. Dabei gelingt der raffinierte Clou, bei dem die betreffenden Künstler zwar ihren ganz persönlichen Stil in die Geschichten mit einfließen lassen, dennoch gerade in den kleinen Details Anleihen auf Rossis Zeichnungen machen, wodurch es zwar sehr stark verdeutlicht wird, wann die &#8216;bösen Märchen&#8217; beginnen und enden, diese Übergänge allerdings sehr organisch und angenehm verlaufen.</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich ist eine sich über Monate hinwegziehende Geschichte nur so gut, wie die Prota- und Antagonisten, die sie tragen. Auch hier haben Sturges und Willingham Figuren konzipiert, die zwar unterschiedlicher nicht sein können, doch gerade deswegen so gut miteinander harmonieren. Sei es der Frauenheld Harry der der schönen Kellnerin <strong>Cress</strong> sicherlich schon mehr als einmal das Herz gebrochen hat. Da ist <strong>der Poet</strong>, Koch des Hauses, ein hoffnungsloser Romantiker der zu jeder Tragik des Lebens ein Gedicht aus dem Herzen vorzutragen hat, man dessen scharfe, zynische Zunge allerdings besser nicht unterschätzt. Genauso wenig wie man die wilde Piratenbraut <strong>Ann</strong> unterschätzen sollte, die einem Besucher des Hauses schon ganz gerne mal den Arm auskugelt. Einfach weil sie &#8216;ihn eigentlich eh nicht so sehr mag&#8217;. Und dann haben wir auch noch den stillen Hauptcharakter der Geschichte, die Architekturstudentin <strong>Fig</strong>, die eines Nachts auf der Flucht vor zwei mysteriösen Gestalten durch eine Hintertür in das Haus gelangt ist, das &#8211; wie es die Ironie so will &#8211; genau dem Haus entspricht, das sie einst in ihren Träumen erdacht hatte.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1618" title="creak" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/creak.jpg" alt="" width="494" height="137" /></p>
<p style="text-align: justify;">Fünf Figuren, so unterschiedlich wie Tag und nacht, die aus verschiedenen Epochen und&#8230; vielleicht sogar&#8230; Dimensionen in dieses Haus gelangen konnten, und seitdem als Gefangene dort ihr Leben fristen müssen. Fünf Figuren über die man nicht weniger wissen könnte&#8230; ausser dass sie aus den Fesseln des Hauses entkommen wollen, koste es, was es wolle. Und natürlich die Vielzahl der Hausbesucher die aus verschiedensten Dimensionen angereist kommen, und für ein alkoholisches Getränk (oder sogar zwei) bereit sich, dem Leser mit ihren bedrohlichen Erzählungen einen Schauer über den Rücken zu Jagen. Charaktere, die in ihrer natürlichen Unsicherheit sich einer Sache nicht wirklich im klaren sind: der wahre Feind, ist das Haus selbst.</p>
<p style="text-align: justify;">House of Mystery ist brillant aufgrund so vieler verschiedener Dinge. Vor allem zeigt sich die Brillanz in der Kombination aus einer spannenden Horrorhandlung und unheimlichen Gute Nacht Geschichten die dem Leser von Ausgabe zu Ausgabe das Fürchten lehren. Natürlich sind es auch die bunten, sympathischen Charaktere die uns bei den Händen packen undin eine Welt entführen die ungemütlicher nicht sein könnte, wir sie allerdings dennoch nicht loslassen möchten. Zumindest so lange nicht, bis auch die letzte Kerze ausgeblasen wird und man uns zur Bettruhe bittet. Gott stehe uns bei sollte dies eintreffen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1619" title="missyou" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/03/missyou.jpg" alt="" width="541" height="159" /></p>
<pre>Mystery-Horror
Matthew Sturges, Bill Willingham, Luca Rossi
Cover: Sam Weber
©2008, DC COMICS / VERTIGO COMICS</pre>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.brenkstertools.com/comic-quickie-house-of-mystery-vol-1-room-boredom/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Review &#124; Superman: Birthright</title>
		<link>http://www.brenkstertools.com/review-superman-birthright</link>
		<comments>http://www.brenkstertools.com/review-superman-birthright#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 13:58:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sp</dc:creator>
				<category><![CDATA[columns & rants]]></category>
		<category><![CDATA[comics]]></category>
		<category><![CDATA[reviews]]></category>
		<category><![CDATA[clark kent]]></category>
		<category><![CDATA[grant morisson]]></category>
		<category><![CDATA[john byrne]]></category>
		<category><![CDATA[jor-el]]></category>
		<category><![CDATA[krypton]]></category>
		<category><![CDATA[kryptonite]]></category>
		<category><![CDATA[lara]]></category>
		<category><![CDATA[leinil francis yu]]></category>
		<category><![CDATA[lex luthor]]></category>
		<category><![CDATA[lois lane]]></category>
		<category><![CDATA[mark waid]]></category>
		<category><![CDATA[metropolis]]></category>
		<category><![CDATA[origin]]></category>
		<category><![CDATA[smallville]]></category>
		<category><![CDATA[superman]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brenkstertools.com/?p=1514</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;You want the suit to have a mask?&#8221; &#8220;Can’t. There’s the problem. If I want people to trust me, they’ll have to be able to see my face.&#8221; &#8220;The origin of the Man Of Steel&#8221; steht im Untertitel. Wenn es nach mir ginge, müsste es “THE origin&#8230;“ heißen. Birthright war einer meiner ersten großen Superman-Comics [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1542" title="kent" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/kent.jpg" alt="" width="443" height="93" /></p>
<blockquote><p>&#8220;You want the suit to have a mask?&#8221; &#8220;Can’t. There’s the problem. If I want people to trust me, they’ll have to be able to see my <strong>face</strong>.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;The origin of the Man Of Steel&#8221; steht im Untertitel. Wenn es nach mir ginge, müsste es “THE origin&#8230;“ heißen. Birthright war einer meiner ersten großen Superman-Comics und bereits beim ersten Lesen machte sich bei mir der Eindruck breit, dass das etwas ganz besonderes ist. Zu verdanken ist das zum einen Mark Waid, seines Zeichens Autor (Flash, Green Lantern, JLA, Supergirl, etc.)  und zum anderen Leinil Francis Yu, der sich zusammen mit Gerry Alanguilan den künstlerischen Part zur Brust genommen hat. Rein oberflächlich betrachtet macht in meinen Augen der extrem sketchige, harte und zugleich unheimlich kraftvolle Zeichenstil den Reiz des Comics für mich aus. Yu hat es geschafft, einen Superman aufs Blatt Papier zu bringen, der dem &#8220;man&#8221; im Namen wirklich gerecht wird. Wir haben durchweg markante Gesichtszüge und einen überaus maskulin wirkenden Clark Kent. Er ist kein stereotypes Muskelpaket, aber man erkennt doch sehr deutlich seinen athletischen Körper, den er später noch eindrucksvoll zum Besten gibt. Außerdem mag ich seine Haare. Der Yu-Supes kann mühelos mit dem <a href="http://brenkstertools.com/wp-content/gallery/superman/d8b2.jpg" target="_blank">haarigen Biest</a> von John Byrne konkurrieren! Überdies sieht man in einer Story mit Superman, dem Vorzeigebewohner der Erde, selten so viele dunkle und schattige Panels. Wirklich beeindruckend.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich leiste erstmal ein wenig inhaltstechnische Arbeit. Die ersten 20 Seiten beschreiben die letzten Stunden von Krypton und den psychischen Druck, dem Jor-El und Lara ausgesetzt sind, als sie keinen anderen Ausweg sehen und ihr geliebtes Kind auf die Reise ohne Wiederkehr schicken müssen. Jor-El ringt mit den Gefühlen, macht sich teils selbst für den Untergang des Planeten verantwortlich und sieht keine Zukunft für seinen Jungen.<img class="size-full wp-image-1531 alignleft" title="love" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/love.jpg" alt="" width="144" height="291" /></p>
<blockquote><p>&#8220;Hopeless. It’s hopeless. […] I warned them, Lara. The building pressure at Krypton’s core… the groundquake… my findings&#8230; all &#8220;under advisement&#8221; by an administrative council of dismissive fools.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Lara, Sanftmut in Person, strahlt eine solche Ruhe aus, die uns Lesern nichts anderes als eine liebende Mutter suggeriert. Sie ist es, die ihrem Mann Beistand leistet, als er sich, starr vor Liebe, nicht in der Lage sieht, seinen Sohn fortzuschicken. Sie ist es, deren Mutterliebe so groß ist, um den Kleinen des Lebens wegen loszulassen und in das große Unbekannte entlässt.</p>
<blockquote><p>&#8220;[…] Keep faith in what we have accomplished for&#8230; it is Kal-El’s only survival. [...] Jor, <strong>listen</strong> to me. I am <strong>so frightened</strong>. I cannot imagine Kal-El not in my arms. But he doesn’t need our <strong>science</strong> now. He needs <strong>our courage</strong>.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Autoren vermitteln uns dabei ein überaus interessantes Bild von Krypton. Architektonisch gesehen wirkt alles hoch zivilisiert, sehr durchdacht und technisch auf dem höchsten Stand der Zeit. Die Details machen die großzügig verteilten kryptonischen Symbole aus, die dem begeisterten Anhänger alle bekannt sein dürften.  Das gefällt mir sehr. Ich habe die &#8220;New Krypton&#8221;-Reihe noch nicht gelesen, gehe aber stark davon aus, dass ich dort mit ähnlicher Baukunst und Symbolik konfrontiert werde.</p>
<p style="text-align: justify;">Krypton explodiert und der kleine Kal-El ist mit Kryptonit im Nacken auf dem Weg zur Erde.</p>
<p style="text-align: justify;">Herzlich willkommen zu Superman: Birthright. Anders als gedacht, beginnt die Geschichte nicht etwa mit einem vermeintlichen Meteoriteneinschlag in Smallville. Nein, wir befinden uns in West Afrika und blicken einem <a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/bullet.jpg" target="_blank">25-jährigen jungen Mann</a> ins Gesicht, der in die Schussbahn mehrerer Pistolenkugeln sprintet und diese mit der bloßen Hand aufhält. Das haut einen erstmal um, oder nicht? Es stellt sich heraus, dass der junge Clark Kent für den &#8220;Ghana Dispatch&#8221;, wahrscheinlich das afrikanische Pendant zum Daily Planet, als freier Journalist unterwegs ist. Mit 18 Jahren hat er seine Eltern in Kansas verlassen um im Ausland zu studieren, das tut er seit nunmehr sieben Jahren. Diese Eingangssituation sollte nicht das letzte Mal sein, in der Clark Kent unfreiwilliger Augenzeuge eines eskalierten Bürgerkonflikts wird. Was seine Fähigkeiten angeht, wird er immer wieder gezwungen, weniger diskret zu sein, als man es von Superman in zivil gewohnt ist. Er stemmt einstürzende Gebäude, greift zu umfallen drohende Bäume ehe sie Menschen unter sich begraben und macht sich seinen stählernen Körper als Schild zu Nutze. Doch seine Ehrlichkeit und Offenheit gegenüber den Afrikanern besorgt ihn. Er stellt fest, dass die Bürger Angst vor ihm haben und paranoide Neigungen entwickeln.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1535 aligncenter" title="heat" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/heat.jpg" alt="" width="443" height="194" /></p>
<blockquote><p>&#8220;Ma, there’s got to be a way for me to <strong>use</strong> my abilities and yet not feel totally isolated by them. There’s <strong>got</strong> to be.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zwischendurch spielt Clark mit wilden Löwen und schreibt seiner Mutter von neu erlangten Fertigkeiten. So erwähnt er beispielsweise eine leuchtende Aura, die er um sämtliche Lebewesen herum sieht. Dabei nimmt er Farben wahr, die so schön sind, dass er ihnen keinen Namen geben kann.</p>
<blockquote><p>&#8220;I’m not sure if that halo is a soul or an aura or what. I do know that at the end of the life cycle, it <a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/aura.jpg" target="_blank">fades pretty quickly</a>, and what’s left behind is&#8230; hard to look at. Empty in a way that leaves me empty, too. But when it’s there&#8230; my god, how it shines.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich persönlich finde es sehr förderlich, dass uns die Kindheit von Clark Kent erspart bleibt und stattdessen ein 25-jähriger die Hauptrolle bekommt. Birthright ist nicht die erste Origin, die ich lese und so langsam reicht es auch. Meines Erachtens passt es zum außergewöhnlichen Zeichenstil von Leinil Francis Yu auch viel besser, die Kräfte einem erwachsenen Mann zu geben. Ein Kind tut der exorbitanten Stärke lediglich einen Abbruch. Auf den ersten Seiten werden wir mit seiner Unverwundbarkeit, seiner Schnelligkeit, Heat Vision und seiner Kraft vertraut. Ich kann euch nur eins sagen: das ist bemerkenswert!</p>
<p style="text-align: justify;">Die Zeit vergeht und wir befinden uns in Kansas. Clark überrascht Martha und Jonathan Kent mit seiner Rückkehr und dem Leser wird ein Blick in das Leben der beiden Farmer gewährt. Hier sieht man erneut, dass Superman mit dieser Origin eine Frischzellenkur erleidet, Martha wird als jung gebliebene Mutter dargestellt, die leidenschaftlich sämtlichen außerirdischen Erscheinungen auf der Erde nachgeht. Dabei wird ihr eine zeitgemäße Internetaffinität zuteil. Sieht zwar witzig aus und sorgt für einen kurzes Schmunzeln, aber ich hätte es gerne wieder gestrichen. Ich empfinde es so, als würde man die Neuzeit in den Superman-Mythos reinprügeln wollen. Lasst es doch bitte sein&#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1595" title="hell" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/hell.jpg" alt="" width="443" height="128" /></p>
<p style="text-align: justify;">Clark hat große Pläne, er ist sich seinem Schicksal bewusst und möchte künftig weiterhin Gutes bewirken. Das ist ihm in Afrika klar geworden. Zusammen mit Martha beginnt er aus den Decken, in die er während seiner Raumfahrt eingewickelt worden war, das ikonische Kostüm zu schneidern. Jonathan durchlebt dabei ein Gefühlschaos. Er hängt sehr an Clark und es fällt ihm schwer, ihn so selbstständig und erwachsen zu sehen. Seinen kleinen Jungen. &#8220;Pa&#8221; erleidet einen Nervenzusammenbruch und tut unüberlegtes, ohne jetzt zuviel verraten zu wollen.</p>
<blockquote><p>&#8220;I didn’t say anything because I wanted to believe it hadn’t broken, Clark. But then you come back only to tell me you didn’t even want my <strong>name</strong> anymore. That you’re gonna go off and create a whole <strong>new</strong> identity for yourself. I miss my <strong>son</strong>.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der Koffer für die Reise nach Metropolis ist gepackt. Auf der einen Seite ein blauer Anzug, eingewickelt in ein riesiges rotes Cape. Auf der anderen Seite die Brille von Jonathan Kent, gewöhnliche Oberhemden und ein dunkles Jackett.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<blockquote><p>&#8220;I think I’m in love.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/lois2.jpg" target="_blank"><img class="size-thumbnail wp-image-1561 alignright" title="lois2" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/lois2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In der Stadt bewirbt er sich um einen Job beim Daily Planet. Wo sonst? Dabei begegnet er der reizenden Lois Lane, die ihren Namen als toughe Journalisten mit leichten, aber nur ganz leichten Tendenzen zur Dickköpfigkeit alle Ehre macht. Vom zeichnerischen her gehe ich sogar so weit und sage, dass das die beste Lois Lane ist, die ich je gesehen habe. Hab ich schon gesagt, dass ich auf Leinil Francis Yu stehe? Ich kann an dieser Stelle leider nicht beschreiben, wie toll die Panels aussehen. Ihr müsst das wirklich selbst erleben. Ich wünschte mir, dieser Mann hätte &#8220;All Star Superman&#8221; gezeichnet. Meine persönliche Frank Quitely-Allergie hält nämlich immer noch an.</p>
<p style="text-align: justify;">Weiter… auf den folgenden Seiten tritt der Retter in blau zum ersten Mal ins Rampenlicht. Die anfängliche Nervosität ist aus Clarks Knochen verschwunden, stattdessen durchströmt jetzt ein Adrenalinschub seinen Körper, der den Weg vom Papier bis zum Leser mühelos überwindet. Superman… darf ich schon Superman sagen? Egal, Superman geht dabei mit einer solch großen Souveränität vor, dass sämtliche Fanboy-Herzen Luftsprünge machen. Wirklich!</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1538" title="treat" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/treat.jpg" alt="" width="443" height="127" /></p>
<blockquote><p>- &#8220;I’d prefer you make an <strong>appontm</strong><br />
- Shut up. Two dead, seventeen injured. Is this what you’ve <strong>come</strong> to?<br />
- What <strong>I’ve&#8211;?</strong> I <strong>beg</strong> your pardon. Do I <strong>know</strong> you?<br />
- … I’ve never met anyone like you.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Im weiteren Verlauf der Geschichte deckt Supes auf, dass Lex Luthor, der Jugendfreund des Clark Kent, in wilde Machenschaften verstrickt ist. Die beiden stehen sich das erste Mal seit Jahren gegenüber und von Freundschaft ist keine Spur mehr. Mal davon abgesehen, dass Lex nicht weiß, wen er da vor sich stehen hat. Hin und wieder durchlebt Clark auch einige Flashbacks, die die Thematik des jungen Lex aufgreifen. Er war schon während der Schulzeit erstaunlich reif für sein Alter, was nicht nur seinen extraordinären Kleidungsstil betrifft. Des Weiteren  glänzt Luthor sowohl mit hohem technischen als auch mit einem außerordentlichen wissenschaftlichen Verständnis, hat aber im Gegensatz dazu <a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/lex.jpg" target="_blank">keinerlei soziale Kompetenzen</a>.</p>
<blockquote><p>&#8220;Lex always played it off, but I could tell what snawed at him the worst, what made him feel most alone, was the expression pretty much everyone but me had showed him by then—not just in school, but all over Smallville. Underneath all that scorn and mocking, Lex saw it bright as day on folks’ faces. It was fear. Not terror, just&#8230; unease. The sad truth is, people are afraid of what they don’t understand&#8230; or at least, can’t communicate with.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/jerk.jpg" target="_blank"><img class="alignright size-medium wp-image-1546" title="jerk" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/jerk-186x300.jpg" alt="" width="186" height="300" /></a>Lex steigert sich dermaßen in seinen Fanatismus für fragwürdige Forschung, dass er seit mittlerweile zwei Wochen in seinem selbst errichteten Labor lebt und sich vor der Öffentlichkeit verbarrikadiert. Clark – die beiden haben ihrer Freundschaft vor kurzem streitbedingt gekündigt – beschließt Lex zu besuchen und begibt sich dabei in Lebensgefahr, als dieser ihm seine neueste Erfindung präsentiert: einen Generator für elektromagnetische Felder um Wurmlöcher zu erfassen. Ratet womit das Monstrum angetrieben wird… richtig, Kryptonit. Durch einen Unfall im Labor nimmt der zukünftige Industrie- und Wirtschaftsmagnat sein uns allen bekanntes äußeres an. Flashback Ende.</p>
<p>Ich bin hellauf begeistert von dieser Lex Luthor-Darstellung. Wirklich. Sein Charakter punktet bei mir ganz stark. Erstmal kleidet er sich verdammt lässig und hat eine ganz klare Vorstellung vom Leben. Leute, denen er nichts abgewinnen kann, bekommen seine fuck you-Mentalität zu spüren.</p>
<blockquote><p>&#8220;Lex? Mr. Luthor, am I boring you?“ „No, you’re boring them. I’m beyond bored.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren halte ich die Situation im Labor für gänzlich gelungen. Man sieht es ihm wirklich an, dass er sich dort über Wochen hinweg verschanzt hat und leidet. Er ist abgemagert, wirkt zerzaust und hat so etwas wie einen Tunnelblick für sein Ziel entwickelt. Die kleinsten Komplikationen lassen ihn seelisch explodieren, was der naive Clark schmerzlich zu spüren bekommt. Ich will mehr von diesem Lex lesen! Widmen wir uns wieder der Gegenwart und wenden uns dem erwachsenen Lex zu. Menschen verändern sich, heißt es immer. Ein Lex Luthor tut das nicht. Natürlich nicht. Kurz nach der Halbzeit von Birthright steht unser kriminelles Superhirn im Zenit seines bisherigen Schaffens: er ist es, der Superman über seine Herkunft aufklärt. Ihr müsst die Gesichter der beiden dabei sehen, Sprachlosigkeit, auf beiden Seiten, Überlegenheit in Verbindung mit Wahnwitz bei Lex und dann ein Ausdruck totaler Fassungslosigkeit des Man of Steel. Ich ziehe meinen Hut vor dem Zeichner, abermals.</p>
<p style="text-align: justify;">Von hier an möchte  ich eigentlich nicht mehr weiter auf den Inhalt eingehen, die Spannung soll euch selbstverständlich erhalten bleiben. Lasst euch bitte nicht den Einmarsch der kryptonischen Krieger in Metropolis entgehen! Nein, ehrlich, das ist ein absolut gutes Stück Kunst. Bei der Erzählung hat sich Mark Waid an zwei oder drei Stellen etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, das ist teilweise eine Spur zu „out there“. Versteht mich nicht falsch, ich meine nicht, dass die Momente zu verworren sind (hey, ich hab Final Crisis von Grant Morrison gelesen), ich hätte mir einfach mehr intelligente Erzählstruktur gewünscht, mehr logischen und rationalen Tiefgang. Mehr Augenblicke in denen ich als Leser nur sagen kann &#8220;Mein Gott, von der Seite habe ich das noch gar nicht betrachtet&#8221; oder &#8220;What the fuck! Wie kommt der Mann auf so was?!&#8221;. Versteht ihr? Parallel dazu muss ich aber auch sagen, dass ich erstaunt bin, wie groß die Story doch letztendlich geworden ist. Ich hab bisher die Erfahrung gemacht, dass Origins sich wirklich nur auf den Kern der Saga, auf den Protagonisten, beschränken und diesen in den Mittelpunkt setzen. Waid tat das auch, er teilte die Kernaussage aber in mehrere Stücke und hat noch eine weitreichende Geschichte drum herum gesetzt. Da hätte man auch locker ein eigenes Buch für schreiben können. Unabhängig von der Origin.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1559" title="lexold" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/lexold.jpg" alt="" width="443" height="209" /></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Ich hoffe die unzulängliche Anzahl an von mir hochgeladenen Bildern kann es verdeutlichen, wie bombastisch der Comic eigentlich wirkt. Wenn ich nur ein Wort hätte, um den Stil beschreiben zu müssen, würde ich &#8220;rough&#8221; in den Raum schmeißen. Yu erzeugt mit teils so wenigen Strichen eine Atmosphäre, die auf visueller Ebene ihresgleichen sucht. Es widerfährt einem soviel Zorn, Angst, Verzweiflung und Hass, gleichzeitig treffen die Gefühle aber auch auf eine ungeheure Menge an Panels voll mit Liebe, Aufrichtigkeit und Freude. Grandios!</p>
<p align="center"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/21.jpg" target="_blank"><img class="size-thumbnail wp-image-1571 alignnone" title="21s" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/21s-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/22.jpg" target="_blank"><img class="size-thumbnail wp-image-1573 alignnone" title="22s" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/22s-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/23.jpg" target="_blank"><img class="size-thumbnail wp-image-1574 alignnone" title="23s" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/23s-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">
<blockquote><p>&#8220;Mother&#8230; Father&#8230; I made it. &#8220;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.brenkstertools.com/review-superman-birthright/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Comic Quickie &#124; Batman: Devil&#039;s Asylum</title>
		<link>http://www.brenkstertools.com/comic-quickie-devilsasylum</link>
		<comments>http://www.brenkstertools.com/comic-quickie-devilsasylum#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 02:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[columns & rants]]></category>
		<category><![CDATA[comics]]></category>
		<category><![CDATA[reviews]]></category>
		<category><![CDATA[2000 AD]]></category>
		<category><![CDATA[A Serious House On A Serious Earth]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Grant]]></category>
		<category><![CDATA[Anarky]]></category>
		<category><![CDATA[Arkham Asylum]]></category>
		<category><![CDATA[batman]]></category>
		<category><![CDATA[Dc Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Devil]]></category>
		<category><![CDATA[Grant Morrison]]></category>
		<category><![CDATA[jeremia Arkham]]></category>
		<category><![CDATA[Judge Dredd]]></category>
		<category><![CDATA[Mephistopheles]]></category>
		<category><![CDATA[Mr. Zsasz]]></category>
		<category><![CDATA[Satan]]></category>
		<category><![CDATA[Tally Man]]></category>
		<category><![CDATA[Two Face]]></category>
		<category><![CDATA[Underworld]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brenkstertools.com/?p=1450</guid>
		<description><![CDATA[Man stelle sich einmal vor dass man bereits seit dem zarten alter von 4 Jährchen tüchtig damit beschäftigt ist seine Comicsammlung aufzustocken. Für wahr kommen da so einige Perlen zusammen bei denen es schon gefunkt hat, als man mit seinen zarten Händchen das einladend glatte Hochglanzcover berührt hat. Eine Liaison zwischen Leser und Lesestoff, ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/batman_-_devils_asylum_1.jpg" target="_blank"><img class="alignright size-medium wp-image-1493" title="Batman_-_Devil's_Asylum_1" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/batman_-_devils_asylum_1-193x300.jpg" alt="" width="154" height="240" /></a>Man stelle sich einmal vor dass man bereits seit dem zarten alter von 4 Jährchen tüchtig damit beschäftigt ist seine Comicsammlung aufzustocken. Für wahr kommen da so einige Perlen zusammen bei denen es schon gefunkt hat, als man mit seinen zarten Händchen das einladend glatte Hochglanzcover berührt hat. Eine Liaison zwischen Leser und Lesestoff, ein Funke der sich zu einem wilden Feuer entwickelt hat. Geschichten die Berge versetzen können, die inspirieren und zum nachdenken anregen. Selbst viele Stunden nachdem man die letzte Seite zugeschlagen hat. Wie nennt man das? Euphorie? Wahrlich fallen einem die Schuppen von den Augen, und vor lauter Begeisterung vergisst man regelrecht zu zwinkern, und die warmen Tränen die sich über das frisch luftschnappende Auge legen mögen zwar nicht die Bleichen Schuppen ersetzen können, lassen den Blick auf andere, beschauliche Werke aber dennoch ungemein limitieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Das soll natürlich nicht heißen dass man diese &#8216;anderen&#8217; Werke vollkommen an sich hat vorbeiziehen lassen. Im Gegenteil, man liest sie, wirklich! Findet sogar gefallen an ihnen und bemerkt das Verstreichen von so manch unterhaltsamer Stunde. Trotzdem erscheint einem der zugrunde liegende Stoff als nichts weiter als eine unterhaltsame Trivialität, mit der man sich auch nicht weiter befassen möchte. Man merkt allerdings nicht, wie unrecht man dieser Lektüre allerdings tut. Und erst wenn man sie rund 13 Jahre später wieder aus der Mottenkiste herausholt und der Nostalgie wegen darin stöbert, die Tränchen wegwischt und sich der Poesie der Bilder vollends hingibt, fällt auf, dass einem etwas entgangen ist, das in Zeiten des Superheldenbombast zur Seltenheit geworden ist: ein stilles Meisterwerk.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-1469" title="kryppen" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/kryppen.jpg" alt="" width="140" height="465" />Die Geschichte selbst könnte simpler nicht gestrickt sein. Kryppen, ein kleiner Giftmörder der aufgrund seines &#8230; extraordinären &#8230; Talentes, tödliches Gift aus seinen eigenen, körperlichen Sekreten zu gewinnen, unter ständiger Videobeobachtung innerhalb Arkhams Intensivstation steht, schließt einen Pakt mit dem Teufel &#8211; Neron. Der Teufel bietet Kryppen ein gar verführerisches Angebot, das nicht weniger als die Herrschaft über die gesamte Welt beinhaltet. Doch um in den Genuss dieser zünftigen Kost zu kommen, benötigt der Teufel zunächst eine Seele. Allerdings ist es nicht die Seele Kryppens, an die er interessiert ist. Nein nein, mit einem kleinen geistesgestörten Triebtäter weiß die Personifikation des Bösen nichts anzufangen. Viel mehr dürstet es den Unendlichen nach Gothams ganz eigenem Dämon der Nacht. Nun liegt es an Kryppen die Aufmerksamkeit von eben diesem zu gewinnen&#8230; und das um jeden Preis.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist schon ironisch wenn man erst nach so vielen Jahren bemerkt, dass diese Geschichte zentral doch eine der interessantesten Themen moderner Batmangeschichten aufwirft, die aktuell in <a href="http://www.batmans.de/news/article/Comics-News/1240001679.html" target="_blank">Grant Morrisons fabelhaftem derzeitigen Batmanrun aufgegriffen wird</a>: Batman gegen den Drachen, den alten Mann, den Dämon &#8211; der Teufel. Doch dieser fast schon irrwitzige Twist wird so subtil in das Geschehen eingebaut, dass man es bewusst zunächst gar nicht wirklich wahr nimmt. Erst nach eingehendem studieren des Stoffes fallen so viele interessante Facetten und Strukturen auf die für sich stehend bereits ganze Bände füllen könnten. Wie kann Batman, ein Mensch aus Fleisch und Blut gegen eine Böse Kraft, so alt wie die Welt selbst, antreten und in einem direkten Kampf die Überhand gewinnen? Nicht überraschend ist es vor allem die psychologische Komponente dieser Auseinandersetzung, die den Ton der Musik angibt. Natürlich versucht der Dunkle Ritter Satan dort zu treffen, wo er es am wenigsten erwartet und es ihn doch am meisten schmerzt: seine Psyche. Dass dieser psychologische Kampf &#8211; Mann gegen Monster &#8211; innerhalb DCs Hauptstadt der Geisteskranken, nämlich Arkham, stattfindet &#8211; und der Teufel sich von dort aus sein irdisches Reich errichten will &#8211; versetzt dem Leser einen Schlag in die Magengrube, der so wunderbar sitzt als würde man die Faust ins Auge und einen Nagel in den Kopf gepfeffert bekommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/kryppen4.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-1477" title="kryppen4" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/kryppen4-195x300.jpg" alt="" width="156" height="240" /></a>Was das ganze vor allem interessant macht, ist die symbolische Komponente die zwischen den Zeilen steht. So macht sich Batman schon seit mehreren Jahren das Antlitz Satans zu nutze, kleidet sich in dessen Farben und Formen und versucht in Dämonischer Gestalt das Verbrechen in seinen Grundfesten zu zerstören. Scharfe Hörner krönen sein Haupt, ein kilometerlanges, zerfetztes Cape aus schwarzem Leder wie die Flügel eines Drachens schlingt sich um ihn, hüllt ihn ein und umarmt ihn förmlich, so wie er täglich die Nacht, den Wahnsinn und die Gewalt umarmt und willkommen heißt. Er ist eine Perversion von all dem,wofür der wahrhaftige Fürst der Finsternis steht. Nun tritt der Teufel, mit all seiner aus Rachsucht gewonnenen Macht auf den Plan um Batman Absolution zu erteilen, und ihn auf dessen blutige Seite zu ziehen. Wie so oft ist es Batmans ständiger Zwiespalt zwischen Rache und Gerechtigkeit die den entscheidenden Tropfen in das Fass kippt. Was bringt ihn dazu seine Ideale zu verraten und Vergeltung an seinen vielen Widersachern zu üben? Würde er es tun um dafür das Überleben hunderter zu gewährleisten? Ist der Verlust seiner Seele an den Leibhaftigen das schlimmste Übel das ihm zuteil wird, oder steht viel mehr die Angst in die Grube des eigenen Wahnsinns zu fallen im Vordergrund?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/kryppen3.jpg" target="_blank"><img class="alignright size-medium wp-image-1474" title="kryppen3" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/kryppen3-195x300.jpg" alt="" width="156" height="240" /></a>Getextet wurde das ganze von Alan Grant, der bereits 1995 (als dieser Comic veröffentlicht wurde) ein alteingesessener Hase in der Branche war. Viele werden wohl den ersten Kontakt mit ihm gemacht haben, als er noch die Manuskripte zu der dystopischen Technoir-Satire <strong>Judge Dredd</strong> für das britische Comicmagazin &#8220;2000 AD&#8221; verfasst hat. Für Batman hat er unter anderem einige der relevantesten Charaktere der &#8216;Modern Age&#8217; mitbegründet, die auch heute noch fixer Bestandteil des Batman Multiversums sind. Neben dem anarchischen Freiheitskämpfer <strong>Anarky</strong> (in dessen eigener Miniserie nicht nur viele politische Ansichten Grants mit einflossen, sondern auch seine ganz persönliche Betrachtungsweise von Religion) und dem psychopathischen Auftragskiller <strong>Tally Man, </strong>gehen auch <strong>Dr. Jeremiah Arkham</strong> &#8211; der Neffe von Amadeus Arkham und neuer Leiter der Irrenanstalt, und der Triebtäter mit Sinn für das ästhetische im Sterben, <strong>Mr. Zsasz</strong>. Die letzten Beiden sind auch hier in einigen mehr oder minder schlagkräftigen Nebenrollen Vertreten. Vor allem Jeremia entführt den Leser in sein ganz persönliches Tagebuch, und lässt uns einen Blick auf seine&#8230; unorthodoxen&#8230; Therapiemethoden erhaschen. Wieder einmal bemerkt man dass die Linie zwischen Genie und Wahnsinn dünner nicht sein kann.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Devil&#8217;s Asylum </strong>ist wahrlich ein Heidenspaß&#8230; sogar für Nichtheiden. Auch wenn man nach gerade einmal rund 40 Seiten gemeinsam mit Batman in die Nacht entlassen wird, sind es 40 Seiten die ein Lächeln, sowohl auf den Mündern von Batmanfans, als auch von Hobbyesoterikern und Sonntagssatanisten, wie auch ewigen Goths und Gruftis  zaubern werden. Ganz nebenbei gesagt ist es vermutlich eine der kompaktesten, spannendsten und mitreißendsten Batmangeschichten der letzten 20 Jahre die vor allem Arkham Veteranen, die selbst nach solchen Werken wie <strong>A Serious House On A Serious Earth</strong> noch immer nicht genug vom Etablissement für geistig Verwirrte haben, mit all seinen liebevollen Details im Bezug auf dessen Infrastruktur, begeistern wird.</p>
<p style="text-align: justify;">There&#8230; I said it&#8230;!</p>
<pre style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1483  aligncenter" title="kryppen2" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/02/kryppen2.jpg" alt="" width="548" height="147" /></pre>
<pre>Mystery - Horror
Alan Grant, Rick Burchett, Brian Stelfreeze
Cover: Dave Taylor
© 1995, DC COMICS</pre>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.brenkstertools.com/comic-quickie-devilsasylum/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>10 Jahre, 10 Filme &#8211; Ein Cineastischer Rückblick Auf Eine Dekade</title>
		<link>http://www.brenkstertools.com/10-jahre-10-filme-ein-cineastischer-ruckblick-auf-eine-dekade</link>
		<comments>http://www.brenkstertools.com/10-jahre-10-filme-ein-cineastischer-ruckblick-auf-eine-dekade#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 21:25:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[columns & rants]]></category>
		<category><![CDATA[movies]]></category>
		<category><![CDATA[reviews]]></category>
		<category><![CDATA[21 Grams]]></category>
		<category><![CDATA[A Tale Of Two Sisters]]></category>
		<category><![CDATA[Benicio Del Toro]]></category>
		<category><![CDATA[Brenner]]></category>
		<category><![CDATA[britisch]]></category>
		<category><![CDATA[british]]></category>
		<category><![CDATA[Caché]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Comicverfilmung]]></category>
		<category><![CDATA[Control]]></category>
		<category><![CDATA[David Lynch]]></category>
		<category><![CDATA[Die Klavierspielerin]]></category>
		<category><![CDATA[Die Libelle]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Grotesk]]></category>
		<category><![CDATA[Guy Pearce]]></category>
		<category><![CDATA[Ian Curtis]]></category>
		<category><![CDATA[Insland Empire]]></category>
		<category><![CDATA[Issabelle Huppert]]></category>
		<category><![CDATA[John le Carré]]></category>
		<category><![CDATA[josef hader]]></category>
		<category><![CDATA[Joy Division]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[komm süßer tod]]></category>
		<category><![CDATA[Laura Dern]]></category>
		<category><![CDATA[Manga]]></category>
		<category><![CDATA[Memento]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Haneke]]></category>
		<category><![CDATA[Mulholland Drive]]></category>
		<category><![CDATA[Naomi Watts]]></category>
		<category><![CDATA[Neo]]></category>
		<category><![CDATA[Neo-Noir]]></category>
		<category><![CDATA[Nick Frost]]></category>
		<category><![CDATA[Noir]]></category>
		<category><![CDATA[Oh-Dae Su]]></category>
		<category><![CDATA[Oldboy]]></category>
		<category><![CDATA[Park Chan-Wook]]></category>
		<category><![CDATA[Philip Seymour Hoffman]]></category>
		<category><![CDATA[Ralph Fiennes]]></category>
		<category><![CDATA[Sean Penn]]></category>
		<category><![CDATA[Silentium]]></category>
		<category><![CDATA[The Boat That Rocked]]></category>
		<category><![CDATA[The Constant Gardener]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brenkstertools.com/?p=1409</guid>
		<description><![CDATA[21 Grams (2003) Auf den Punkt perfekt definierte Charakteranalyse über die Bedeutung von Liebe in unserer heutigen Zeit und die Schwere der Menschlichkeit. Wie weit würde man für Liebe gehen? Was würde uns dazu bringen einen Menschen zu töten oder seine Ermordung zu billigen? Themen die mich gerade Heute sehr beschäftigen und die zunehmend in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong><strong>21 Grams</strong> </strong><strong><span style="font-weight: normal;">(2003)</span></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="font-weight: normal;"><a style="text-decoration: none;" href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/21grams.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1411" title="21grams" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/21grams.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></span></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong><span style="font-weight: normal;">Auf den Punkt perfekt definierte Charakteranalyse über die Bedeutung von Liebe in unserer heutigen Zeit und die Schwere der Menschlichkeit. Wie weit würde man für Liebe gehen? Was würde uns dazu bringen einen Menschen zu töten oder seine Ermordung zu billigen? Themen die mich gerade Heute sehr beschäftigen und die zunehmend in meine Arbeiten einfließen. Dieser Film ist eine unheimliche Inspiration für mich und nicht nur einer der ganz großen Filme der letzten Dekade, sondern einer meiner Lieblingsfilme überhaupt. [...]</span></strong></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><strong><span style="font-weight: normal;"><span id="more-1409"></span></span><br />
</strong></p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/VArpLbTaZFY&amp;feature" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/VArpLbTaZFY&amp;feature"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: left;"><strong>Die Klavierspielerin / La Pianiste</strong> (2001)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/la-pianiste.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1417" title="la pianiste" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/la-pianiste.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Der Film der mich auf einen meiner, aus heutiger Sicht, Lieblingsregisseure &#8211; nämlich Michael Haneke &#8211; aufmerksam gemacht hat. Ich muss zugeben dass ich mir zunächst sehr unsicher war ob ich diesen Film &#8220;Caché&#8221; vorziehen soll, den ich auch unheimlich liebe und jedem empfehlen würde ihn sich anzusehen, aber mein rein nostalgischer Grundgedanke und meine melancholische Zuneigung zum Symbolismus (2001 ist eine Zahl die sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht) taten meiner Entscheidung genüge.</p>
<p>Ein unglaublicher Film und wohl der erste Film den ich je gesehen habe der mich bis zum Schluss tatsächlich schockierte und schwer mitnahm. Man sagt Haneke nach dass er einen sehr kalten, emotionslosen Stil hat und seine Menschen gleichgültig, zynisch und schlicht unmenschlich wirken. Und auch wenn ich das nicht abstreiten will (man kann das ja auch durchaus positiv sehen), hat er hier doch ein tiefes Charakterdrama geschaffen das mit Erika Kohut eine durchaus facettenreiche Protagonistin aufweisen kann, deren Beweggründe für viele zwar unnahbar, aber nie unverständlich wirken. Man wird sich zwar schwer mit ihr identifizieren können, ihr leiden ist einem aber zu jeder Zeit bewusst, weswegen das Ende umso mehr wie ein Schlag in die Magengrube wirkt. Toller Film, toller Regisseur und mit Issabelle Huppert eine unglaubliche Hauptdarstellerin.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/gpKH1NRUuss" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/gpKH1NRUuss"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><strong>A Tale Of Two Sisters</strong> (2003)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/tale.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1426" title="tale" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/tale.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Unbestritten waren die 2000er wohl die Jahre der asiatischen Horrorfilme, oder zumindest ihres großen Booms im westlichen Raum. Umso überraschter war ich gerade über diesen Film der neben solchen Größen wie &#8216;Ringu&#8217; und &#8216;Ju-On&#8217;, zumindest bei mir, völlig untergegangen ist. Ein kleiner Film aus dem koreanischen Raum der mich, mehr als ich es erwartet hätte, völlig in sich hinein gezogen, gefesselt und fasziniert hat, wie kein zweiter Horrorfilm der letzten Jahre. Womöglich weil sich gerade dieser Streifen so erschreckend wenig wie ein Horrorthriller angefühlt hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Angst, die diesen Film umschlungen hat, kam mehr in Portionen eines surrealen Charakterdramas. Die Schwestern, Su-Mi und So-Yeon werden seit Jahren von ganz eigenen Geistern, die sich in Form ihrer eigenen Psyche erkennbar machten, heimgesucht. Beide teilen eine tiefe, tragische Verbundenheit und eine Liebe zueinander, wie sie es mit keinem anderen Menschen teilen könnten. Ihre Stiefmutter fungiert als pervertiertes Abziehbild einer bösen Stiefmama aus Grimms Märchen und ihr Vater ist in seinem innersten wohl schon seit mehreren Jahren &#8216;tot&#8217;. Selbst als der Film letzten Endes in das Fantastische übergeschwungen ist, wirken seine Charaktere so&#8230; schockierend glaubwürdig, menschlich und bodenständig. Der wahre Horror ist auf einer weitaus psychologischeren Ebene. Glanzvoll, für mich ein perfektes Beispiel, wie ein Horrorfilm auszusehen hat. Zumindest, um mir zu gefallen.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/WDyWVOIY8Mg" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/WDyWVOIY8Mg"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Silentium!</strong> (2004)</p>
<p style="text-align: justify;"><a style="text-decoration: none;" href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/silent.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1427" title="silent" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/silent.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wieder ein, für mich, sehr schwieriger Fall. Welche Brenner-Verfilmung soll es denn sein? Gehe ich rein vom Unterhaltungswert aus, muss ich sagen, dass ich in weiten Teilen &#8216;<a href="http://brenkstertools.com/filmrezension-komm-suser-tod-komm-suse-groteske-teil-1/" target="_blank">Komm, süßer Tod</a>&#8216; wesentlich mehr genossen habe. Die Gags waren schärfer und der großartige Simon Schwarz wesentlich präsenter. Auch dachte ich darüber nach, beide Filme als ein großes ganzes hier miteinander zu verbinden und sie als einen ganzen Film zu betrachten. Doch dafür sind beide Streifen viel zu verschieden, sowohl atmosphärisch als auch thematisch. Die Thematik war es dann, die mich doch dazu verleitet hat, Silentium den Vorzug zu gewähren. Nicht nur, dass mich die beissende Kirchengroteske in all meiner Faszination für Religion und wie diese gelebt wird, wesentlich mehr interessiert als Korruption im österreichischen Gesundheitswesen. Auch der allgemeine Kriminalfall war um einiges spannender, durchdachter und vielschichtiger. Zwar war der Stoff viel zu zynisch und bitter um als &#8216;reine Unterhaltung&#8217; genossen zu werden, auf lange Sicht gesehen trug ich letzt endlich allerdings mehr Diskussionsstoff davon als noch bei &#8216;Komm, süßer Tod&#8217;. Und darauf kommt es für mich dann doch mehr an.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/P0VxUomuMOI" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/P0VxUomuMOI"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><strong>The Boat That Rocked</strong> (2009)</p>
<p style="text-align: center;"><a style="text-decoration: none;" href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/rock.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1431" title="rock" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/rock.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Großartig, schlicht und ergreifend. Für mich die, mit Abstand, beste britische Komödie dieser Dekade. Neben pech-schwarzem, zynischem Humor bietet der Film mit all seinen liebenswerten Charakteren und einem der besten Soundtracks aller Zeiten, alles was mein royales Herz begehrt. Richtig überrascht haben mich nicht nur die &#8211; für eine Komödie diesen Ausmaßes &#8211; zahlreichen Twists in der Handlung, sondern auch wie bitter und bösartig sie mir vor den Latz geschossen wurden. Ich kann gar nicht die vielen Male wiedergeben, in denen ich mir unsicher war ob ich lachen oder geschockt das Unterkiefer &#8216;runter klappen sollte.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kritik an der konservativen, britischen Gesellschaft die auch heute noch durchaus von Relevanz ist, hat mir in seiner Subtilität besonders gut gefallen. Hier wurde nicht einfach nur plump mit dem Hammer des tieferen Sinnes auf die Tischplatte gehauen, sondern das ganze wunderbar am Rande, und dennoch bemerkbar, &#8216;runter gekurbelt.</p>
<p style="text-align: justify;">Und gebt Nick Frost mehr Rollen! Fuck!</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/XnQc3lO4JDs" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/XnQc3lO4JDs"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>The Constant Gardener</strong> (2005)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/gardener.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1432" title="gardener" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/gardener.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die Verfilmung meines Lieblingsbuches von John le Carré ist zugleich auch meine Lieblingsromanverfilmung dieser Dekade. Man kann es nicht abstreiten, John le Carré ist ein sehr politischer Autor. Dieses Muster hat sich durch so ziemlich jeden seiner Werke gezogen was ihn aus vieler Sicht zu einem durchaus Kontroversen Schreiberling machte. Was mir an vielen seiner Büchern immer recht bitter aufstoss war die Art wie er mit seinen Charakteren umging, oder besser gesagt wie er &#8216;nicht&#8217; mit ihnen umging. Ohne ihnen Eindimensionalität zu unterstellen, merkte ich dann doch wie Figuren mit Profil oft der größeren Message wofür sie stehen zum Opfer fielen (Die Libelle). Bis ich &#8216;The Constant Gardener&#8217; gelesen habe.</p>
<p style="text-align: justify;">Für den Film gilt das selbe, wie für das Buch. Neben der mehr als berechtigten Kritik an britische Pharmakonzerne und wie sie für ihren guten Profit vor allem afrikanische Länder ausnutzen steht hierbei mit Justin Quayle ein melancholischer, durch die Ermordung der liebe seines Lebens schwer geplagter Held im Vordergrund, dessen simple Rachegedanken sich schnell zu etwas deutlich größerem ausbauen. Dem Wunsch das Werk seiner Frau zu vollenden, damit sie endlich in Frieden ruhen kann. Ich war und bin so unfassbar überrascht wie Emotional dieser Film doch ist, ohne dabei eine relevant politische Message aus den Augen zu verlieren. Vielmehr funktioniert diese gerade durch die sich aufgebaute Liebesgeschichte und Justins Melancholie. Vor allem ist hierbei ein Politthriller gelungen, der selbst jemanden wie mir, den man eigentlich mit Politthrillern jagen kann, sehr gut gefallen hat.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/4BG8iQM3QXw" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/4BG8iQM3QXw"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Oldboy</strong> (2003)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/oldboy.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1433" title="oldboy" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/oldboy.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Für mich ungeschlagen die beste Comicverfilmung der Dekade&#8230; ach was, aller Zeiten! Das aufgrund eines ausschlaggebenden Punktes: Wir haben es hier mit einem der seltenen Fälle zu tun, in dem die Verfilmung besser ist als die Vorlage! Wobei ich sagen muss dass diese Behauptung in gewisser Weise durchaus unfair ist. Beide Medien funktionieren im Grunde auf zwei verschiedenen Ebenen. Zum einen haben wir hier den Manga, der mehr als Bodenständige Neo-Noir Hommage an den Stoff &#8216;ran gegangen ist und einen ernsthaften Krimi zu erzählen versucht. Zum anderen haben wir eine surreale Mysteryklausel über Liebe, Verlust und Rache und dem Wunsch, das genommene Leben zurück zu gewinnen. Gerade im Motiv der Rache unterscheiden sich beide Medien völlig. Wo im Manga der Hauptcharakter, Gatô, Versucht endlich ein normales Leben zu führen und den Wunsch nach Rache dem zugunsten Unterdrückt &#8211; und nur gezwungen durch seinen Peiniger versucht die letzten 10 Jahre zu re-konstruieren, ist Oh Dae-Su im Film ein entschieden rabiaterer Charakter der aus eigenem Willen sich auf das Spiel seines Widersachers einlässt.</p>
<p style="text-align: justify;">Was den Film allerdings wesentlich besser macht als den Manga ist nicht nur das wesentlich komplexere Ende, sondern das Motiv des Antagonisten. Viel durchdachter, viel geschmeidiger in die Handlung integriert und vor allem glaubwürdiger. Sehr ironisch wenn man bedenkt dass gerade der Manga versucht hat ein realistisches Bild zu erzeugen und sich dann ein Ende aus der Nase zieht, dass man mit dem Psychologieholzhammer bearbeitet hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie schon bei der Klavierspielerin machte mich auch Oldboy auf einen weiteren Regisseur aufmerksam, Park Chan-Wook, den ich ebenfalls in meine Liste der ganz großen Filmschaffenden aufgenommen habe.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/YLn1y9v6yno" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/YLn1y9v6yno"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Inland Empire</strong> (2006)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/inland.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1435" title="inland" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/inland.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">David Lynch tut das, was David Lynch am besten kann: mit den Gehirnen seiner Zuseher ficken und trotzdem für ordentlich Gesprächsstoff sorgen, wenn man sich denn erst einmal beruhigt hat. Und dabei seinen besten Film seit Lost Highway aus den Ärmeln schütteln. Mulholland Drive mag zwar als ganzes gesehen ein wesentlich erträglicher Film sein. Allerdings hat er, für mich, einen sehr bitteren Nachgeschmack dass es sich dabei um den Pilotfilm einer Serie handelt, die niemals verwirklicht wird. Und das merkte man ihm leider Gottes zu jeder Zeit an. Viele spannende Ideen die in der Luft gelassen wurden und nur so vor sich hin torkelten.</p>
<p style="text-align: justify;">Gerade da ist Inland Empire wesentlich runder, auch wenn man es nicht wahr haben will wird jede begonnene Idee filmisch zu Ende gedacht. Mit wirren und obskuren, gar unwirklichen Resultaten, aber immerhin mit einem bestehenden Abschluss. wie man das ganze nun aufnimmt und interpretiert bleibt ganz und gar dem Zuseher überlassen. Gibt es eine logische Erklärung für das geschehene? Wer weiß. Sollte man es erklären? Eher nicht. Aber die Tatsache, dass es einem überlassen wird, ohne dass dabei der Film als großes Ganzes verfälscht wird, zeigt was Lynch von vielen Filmemachern unterscheidet, die seinen Stil und seine Art zu erzählen kopieren versucht: es gibt immer eine Erklärung für den Wahnsinn. Aber dennoch bleibt es Wahnsinn.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/BBENalLEnSE" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/BBENalLEnSE"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Control</strong> (2007)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/control.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1436" title="control" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/control.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Der Film hat für mich ein kleines Kunststück geschafft. Zum einen hat man sich das Ziel gesetzt das Leben um Joy Division Frontmann Ian Curtis düster und kritisch zu betrachten. Von seinem Leiden, über seine Exzesse bis hin zu seiner unvermeidlichen Selbstzerstörung. Und trotz Allem ist es wohl die emotionalste und schönste filmische Biografie, die man zu Ehren der musikalischen Legende hätte machen können. Überhaupt punktet der Film in einer Hinsicht, wo so manch andere Biografie versagt: er hat Seele.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/q5pnGS1oeVE" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/q5pnGS1oeVE"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Memento</strong> (2000)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/memento.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1437" title="memento" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2010/01/memento.jpg" alt="" width="500" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Eine emotionale Symphony der Rache die das wohl simpelste Filmkonzept der Welt aufgriff, und ihm ein erfrischendes Facelift unterzog. Die stärke des Filmes liegt allerdings nicht nur in seiner kreativen Erzählweise (die es trotz zunächst wirrer Struktur schafft, die Geschichte angenehm unanstrengend zu erzählen), sondern in seinen wunderbar vielschichtigen Charakteren. Leonard ist eine Figur wie sie sich ein Raymond Chandler hätte ausdenken können. In ihm schlummert ein Dämon, und obwohl John G. seine Frau ermordet hat, ist er aufgrund seiner Amnesie wohl selbst sein größter Feind.</p>
<p style="text-align: justify;">In dieser düsteren Welt gibt es keine Guten und auch keine Bösen. Jeder Charakter ist überhäuft von Graustufen. Leonards unerbittliche Liebe zu seiner Frau ist es, die die Geschehnisse ankurbelt und bis zum tragischen Finale (oder Anfang) geleitet. Wer bei seinem melancholischen Monolog in dem er seine unsterbliche Liebe rezitiert keine Herzschmerzen bekam, hat den Film wohl nur halbherzig mitverfolgt. Das ist es, was den Film so besonders macht. Er ist ein schwer emotionaler Trip der auch vom Zuseher viel Gefühl abverlangt. Wunderbar.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/lN8wQJqk_mc" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/lN8wQJqk_mc"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.brenkstertools.com/10-jahre-10-filme-ein-cineastischer-ruckblick-auf-eine-dekade/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Once again&#8230; Superman: Red Son</title>
		<link>http://www.brenkstertools.com/once-again-superman-red-son</link>
		<comments>http://www.brenkstertools.com/once-again-superman-red-son#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 21:54:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sp</dc:creator>
				<category><![CDATA[arts & graphics]]></category>
		<category><![CDATA[comics]]></category>
		<category><![CDATA[reviews]]></category>
		<category><![CDATA[batman]]></category>
		<category><![CDATA[lex luthor]]></category>
		<category><![CDATA[mark millar]]></category>
		<category><![CDATA[red son]]></category>
		<category><![CDATA[supergirl]]></category>
		<category><![CDATA[superman]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brenkstertools.com/?p=1308</guid>
		<description><![CDATA[Today I’m writing probably the last time about Superman: Red Son. Along with the whole Batman stuff recently I’ve scanned also the very last pages of that comicbook. Thematically it doesn’t go together, therefore I made the decision to spread it particular. This day we are talking about the historical context between the Superman-family, the [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Today I’m writing probably the last time about Superman: Red Son. Along with the <a title="Anarchy in Black" href="http://brenkstertools.com/anarchy-in-black/" target="_blank">whole Batman stuff</a> recently I’ve scanned also the very last pages of that comicbook. Thematically it doesn’t go together, therefore I made the decision to spread it particular.</p>
<p>This day we are talking about the historical context between the Superman-family, <em>the house of El</em>, and the rich and powerful family of <em>Luthor</em>. In his elseworlds story Mark Millar, writer of Red Son, took advantage of the Superman creators’ &#8220;L-letter-affinity&#8221;. Luthor, Lane, Lang, -El, -L&#8230; you know.</p>
<p>Let me quote some lines. Original panels below.</p>
<blockquote><p>Mankind had evolved to become the most advanced species in the known universe, inspired and led by a billion years of the Luthor lineage.</p>
<p>Lena Luthor; the artist, Lombard Luthor; the imaginer, Lori Luth-145; the mathemagician, Jordan Luth-1938 [editor's note: first link to the El’s]; pioneering necronaut and first man to set foot in the afterlife.</p>
<p>Alex-L, Jordan-L, Lana-L and, of course, Lex Luthor’s great-grandson to the power of fifty; a young man called Jor-L whose iq exceeded that of even his beloved ancestor.</p></blockquote>
<p>[Album not found]<br />
<img class="alignright size-full wp-image-1330" title="Lex Luthor and Supergirl" src="http://www.brenkstertools.com/wp-content/uploads/2009/12/lex-luthor-and-supergirl.jpg" alt="Lex Luthor and Supergirl" width="279" height="180" /><br />
Isn’t that exciting? Apart from that we’re talking about an elseworlds story I think the idea isn’t that odd. At least we have an explanation for the relationship between Supergirl and Lex Luthor, because as is well known it’s not <em>that</em> love thing. Lex is a part of Kara’s family and she probably knows it unconscious!</p>
<p>Only if the factor “time” comes into play it’s going to be paradox. THE ancestor of the Luthors (at least in the Superman continuity) cannot meet up with the Last Son of Krypton, youngest member out of the house of El.</p>
<p>Definitely I can say that I’ve read one of the brightest Superman comicbooks of our time. I recommend it absolutely!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.brenkstertools.com/once-again-superman-red-son/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Filmrezension: Komm, Süßer Tod &#124; &quot;komm, süße groteske&quot; teil 1</title>
		<link>http://www.brenkstertools.com/filmrezension-komm-suser-tod-komm-suse-groteske-teil-1</link>
		<comments>http://www.brenkstertools.com/filmrezension-komm-suser-tod-komm-suse-groteske-teil-1#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Jan 2009 17:44:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[movies]]></category>
		<category><![CDATA[reviews]]></category>
		<category><![CDATA[videos]]></category>
		<category><![CDATA[komm süßer tod]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.brenkster.de/?p=146</guid>
		<description><![CDATA[KOMM, SÜSSER TOD WOLFGANG MURNBERGER &#8220;Jetzt ist schon wieder &#8216;was passiert&#8230; An und für sich gehöre ich nicht zu den Leuten, die sich sofort bekreuzigen wenn ein Rettungsauto vorbei fährt&#8230; damit man nicht der Nächste ist, den der Computertomograph in 100.000 kleine Scheiben schneidet&#8230; aber pass auf, was ich dir sage&#8230;&#8221; Der österreichische Film ist schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-148" title="banner-final" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2009/01/banner-final.jpg" alt="banner-final" /></p>
<h1 style="text-align: center;"><span style="color: #800000;">KOMM, SÜSSER TOD<br />
<span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;">WOLFGANG MURNBERGER</span></span></span></h1>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #800000;"><span style="color: #000000; font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;">&#8220;</span><strong><span style="color: #ffffff;">Jetzt ist schon wieder &#8216;was passiert&#8230;</span></strong><span style="color: #ffffff;"><br />
An und für sich gehöre ich nicht zu den Leuten,<br />
die sich sofort </span></span><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #ffffff;">bekreuzigen</span></strong></span><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;"> wenn ein </span></span><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #ffffff;">Rettungsauto</span></strong></span><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;"> vorbei fährt&#8230;<br />
damit man nicht der N</span></span><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #ffffff;">ächste</span></strong></span><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;"> ist, den der </span></span><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><span style="color: #ffffff;">Computertomograph<br />
</span> </span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span><span style="color: #800000; font-weight: normal;"><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;">in </span><strong><span style="color: #ffffff;">100.000</span></strong><span style="color: #ffffff;"> kleine </span></span><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #ffffff;">Scheiben </span><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;">s</span></span><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;">chneidet&#8230;</span></span><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><span style="color: #ffffff;"><br />
</span> </span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span><span style="color: #800000; font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;">aber pass auf, was</span><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #ffffff;"> ich dir sage&#8230;</span></strong></span><span style="color: #ffffff;">&#8221; </span></span></strong></span></span></strong></span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #800000;"><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #800000; font-weight: normal;"><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #800000; font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;">Der österreichische Film ist schon ein Schmäh für sich. So wie die Amerikaner wohl ein riesiges Fragezeichen über ihren Köpfen schweben haben, wenn diese teuflischen Briten versuchen ihren pechschwarzen Humor in filmischer Form den Amis näher zu bringen, so werden die Deutschen&#8230; die Piefkes&#8230; nicht viel anders über den grotesken Ausguss der österreichischen Komik denken. Vor allem dann wenn wir Ösis uns in den einheimischen Comedyformaten der Bordsteingermanen &#8216;rum treiben. Für wahr, verübeln kann ich diese verhaltene Freude, wenn sich zum Beispiel ein Alfred Dorfer im &#8220;Quatschcomedyclub&#8221; &#8216;rum treibt oder ein Josef Hader sich über die frische Landluft und der Frischen Walderde unserer Alpenrepublik (&#8220;die aus totn, krepiertn, verwestn, schiachn Leichn gwochsen ist. Quasi der Stoff der aus dia g&#8217;mocht is&#8221;) bei &#8220;Neues aus der Anstalt&#8221; lustig macht, meinen Lieblingslandesnachbarn nicht. </span></span></strong></span></span></strong></span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #800000;"><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #800000; font-weight: normal;"><span style="color: #000000;"><strong><span style="color: #800000; font-weight: normal;"><span style="color: #ffffff;">Denn wenn man den Ösihumor in ein paar dahergeflogenen Begriffen beschreiben mag, würde man sich wohl bei &#8220;morbid, zynisch, sarkastisch, doof und in gewissem Maße &#8216;beleidigend&#8217;&#8221; bedienen, und verstehen tut man uns auch nicht. Wie sollen wir dann von anderen gemocht werden, wenn wir uns scheinbar nicht einmal selbst richtig mögen? Einen großen Unterschied an diesem Umstand hat Wolfgang Murnberger&#8217;s &#8216;Noir-Groteske&#8217; &#8220;Komm, süßer Tod&#8221;, die auf dem gleichnamigen Kultroman des österreichischen Bestsellerautoren Wolf Haas basiert, wohl eher weniger bewirkt. Wenn überhaupt kann man Murnberger das genau Gegenteilige nachsagen. &#8220;Komm, süßer Tod&#8221; ist schwarz wie die Nacht, stellenweise makaber, dank seines Hardcorewienerslangs teilweise sogar für mich Grazer nur schwer verständlich, und der Mörder ist dann auch noch ein Piefke. Eine Frechheit, oder?</span></span></strong></span></span></strong></span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ffffff;">&#8220;I </span><strong><span style="color: #ffffff;">weiß </span></strong><span style="color: #ffffff;">eh scho wer da</span><strong><span style="color: #ffffff;"> Mörder</span></strong><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><span style="color: #ffffff;"> is&#8217;&#8230;&#8217;<br />
</span> </span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span><em><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><span style="color: #ffffff;">&#8216;Wer?&#8217;<br />
</span> </span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span><span style="font-style: normal;"><span style="color: #ffffff;">&#8216;Da </span><strong><span style="color: #ffffff;">Piefke</span></strong><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><span style="color: #ffffff;">&#8230;<br />
</span> </span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span><em><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><span style="color: #ffffff;">&#8216;&#8230;wieso?&#8217;<br />
</span> </span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></em><span style="color: #ffffff;">&#8216;</span><strong><span style="color: #ffffff;">Die Mörder</span></strong><span style="color: #ffffff;"> san </span><strong><span style="color: #ffffff;">imma </span></strong><span style="color: #ffffff;">die </span><strong><span style="color: #ffffff;">Deitschen</span></strong><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><span style="color: #ffffff;">.&#8217;<br />
</span> </span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span><em><strong><span style="color: #ffffff;">&#8216;Trottl!</span></strong><span style="color: #ffffff;">&#8216;&#8221; </span></em></span></em></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">Der Brenner ist eigentlich ein ganz ein schlimmer. Als er noch bei der Polizei war, hat er die Frau seines Vorgesetzten &#8220;gepudert&#8221;. Das hat dem Herrn Kripomann natürlich nicht ganz so gut gefallen, weshalb der Brenner mit hohem Bogen aus dem Klub der Gesetzeshüter &#8216;raus gepfeffert wurde. Das macht dem Brenner aber gar nichts, denn bei dem Rettungsdienst der &#8220;Kreuzretter&#8221; findet der Brenner seine wahre Berufung. Dass er von seinem Chef, dem Junior, als &#8220;Arschloch&#8221; bezeichnet wird, macht ihm überhaupt nichts. Denn &#8220;Arschlöcher gefallen ihm&#8221;, dem Junior. Ausserdem mag er den Junior ja eigentlich auch ganz gerne. Hin und wieder ist er zwar streng und autoritär, aber so ein moralischer Zeigefinger gehört ja auch irgendwo dazu. An seiner Seite steht dem Brenner der Berti, und auch wenn der Brenner das nicht zugeben will, und er das gerne dadurch zu verbergen versucht in dem er sich über Zivildienstler &#8211; wo der Berti ja einer ist &#8211; lustig macht, so hat er den Berti ja doch sehr sehr gerne. Wen der Brenner nicht so gerne hat ist der Piefke &#8211; so eine ungute Zwiebel. Ab und zu schnackselt der nämlich gerne mit der Angelika herum &#8211; das ist die Tochter vom Lanz der ein sehr lieber, schrulliger Kollege vom Brenner ist. Das hält der Piefke dem Lanz auch mal gerne vor. So etwas intolerantes kann der Brenner nicht haben, typisch, diese Deutschen. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">Wen der Junior gar nicht mag sind die Leute vom Rettungsbund. Richtige Ungustel die  unverschämter Weise an das Funksignal der Kreuzretter &#8216;ran gekommen sind, es schamlos ausnutzen und den &#8220;Rettern&#8221; die Kunden vor der Nase wegschnappen. Das passt dem Berti und, auch wenn er es wieder mal nicht so aussehen läßt, dem Brenner genauso wenig. &#8220;Wie die Raubritter!&#8221; entgegnet der Berti diesem Problemfall trocken wie treffsicher zugleich: &#8220;Weißt wos des heißt? Krieg, Supa!&#8221;. Und auch der Brenner ist sich dieser Sache mehr als bewusst: &#8220;Ja, und des im Zivildienst.&#8221; Da kommt es dem Brenner und dem Berti ganz gut dass der Junior den Brenner, weil er ja Polizeierfahrung mit sich bringt, beauftragt der Sache auf der Stelle nachzugehen. Das findet der Brenner &#8220;supa&#8221;, da ist er in seinem Element und kann endlich zeigen was er auf dem Kasten hat. Und als dann auch noch ein blutiger Doppelmord einer ehemalige Fahrerin der Kreuzretter und ihrem Liebhaberer Stenzl, dem Verwaltungsdirektor eines Krankenhauses, geschieht, scheint der Fall neue, spannende Züge anzunehmen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">Zumindest für kurze Zeit, denn der Brenner &#8211; so geschickt und intelligent wie er doch ist, weiß sofort wer den Mord begangen hat. &#8220;Da Piefke&#8221;. Diese Vermutung verdichtet sich als der Brenner einen Ersatzkrankenwagen rufen musste (sein alter war nämlich im &#8220;Oasch&#8221;), in dem der Piefke zu tode stranguliert &#8216;rum kugelte. Seine Nachforschungen ergeben nämlich, dass die Angelika auch den Stenzl hin und wieder geschnackselt hat und aus Eifersucht den Piefke damit beauftragt hat, mit dem Herrn Verwaltungsassistenten kurzen Prozess zu machen. Und damit der Piefke auch ja nichts ausplaudert, ging sie auf Nummer sicher dass sich ihr Herr Papa um den Piefke kümmert. &#8220;Da host du da g&#8217;docht &#8216;I blos dem Piefke einen und der Papa wird&#8217;s scho richten.&#8217;&#8221; Dabei kann der Brenner aber nur erahnen dass der Fall ihn noch weiter in die dunkelsten Geheimnisse der Kreuzretter und dem blutigen Bandenkrieg zwischen ihnen und des Rettungsbundes führen würde. Denn eine Sache wird dem Brenner richtig schnell klar: In dieser morbiden Welt ist niemand so wie er scheint, denn jeder hat &#8216;scheiße am Hut&#8217;&#8230; ausser der Brenner&#8230; zumindest nicht ganz so viel.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">&#8220;&#8216;Die größten </span><strong><span style="color: #ffffff;">Trottl</span></strong><span style="color: #ffffff;"> sind heute bei der </span><strong><span style="color: #ffffff;">Rettung</span></strong><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><span style="color: #ffffff;">!&#8217;<br />
</span> </span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span><em><span style="color: #ffffff;">&#8216;Is&#8217; des a </span><strong><span style="color: #ffffff;">Bewerbung</span></strong><span style="color: #ffffff;">?&#8217;</span></em><span style="color: #ffffff;">&#8221; </span></p>
<p style="text-align: justify;"><img class="size-full wp-image-149 alignright" title="brenner" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2009/01/brenner.jpg" alt="brenner" /><em><span style="color: #ffffff;"> </span></em></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-style: normal;"><span style="color: #ffffff;">Wie schon im Roman wird auch in der filmischen Umsetzung der beißende, satirische Humor mit vielen Elementen des Film-Noir vermischt. Film-Noir auf Österreichisch. Das ist die treffende Bezeichnung die den Film als großes Ganzes beschreibt. Neben dem noirtypischen Erzähler der uns die Lage innerhalb des Filmes aus dem Off beschreibt, wäre da der Brenner, Ex-Detektiv, ist ein gebrochener Antiheld der mit Sicherheit genau so viele Leichen in seinem Keller hat, wie die bösen Buben im diesem Film höchst selbst. Doch was fasziniert uns so sehr an seinem Charakter? Er ist stets schlecht gelaunt, was er sagt preßt er heraus wie Galle und eine Unterhaltung &#8220;wie mit einem normalen Menschen&#8221; wird man mit ihm nicht führen können. Aber hallo, das ist doch der Stoff aus dem echte Noirhelden gemacht sind, es ist doch gerade dieser verflucht fiese Zynismus der uns so sehr unterhält. Vielleicht brauchen wir hin und wieder einen solch imperfekten Helden wie ihn, der sich durch sein eigenes Leben prügelt, immer einen coolen Spruch auf den Lippen hat den er den Bösewichten entgegnen kann und uns zeigt, dass unser Leben auch miserabler sein könnte. Immerhin könnten wir so leben könnten wie der Brenner. Er säuft, er kifft und er fickt sich durch ganz Wien um an Informationen des Mordfalles zu kommen. Und man kann ihm einfach nicht böse sein. Das liegt wohl vor allem an der glänzenden Darstellung von Josef Hader. Er verleiht Brenner Etikette und ein Gesicht,  auch wenn er sich in vielen Zügen manch einer Vorstellung aus dem Buch unterscheidet, so kann man ihm doch nur sehr schwer diese Rolle und diese schlicht erhabenen Interpretation absprechen. Josef Hader aka. Simon Brenner &#8211; das sind die Helden unserer Generation. Keep on drugging baby!</span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-style: normal;"><span style="color: #ffffff;">Doch was wäre ein guter Film-Noir ohne seine intrigante Femme Fatal? Diese Rolle übernimmt spielend Nina Proll als Angelika Lanz. Dabei nimmt sie einen anderen Ansatz als man ihn sonst von Noirfemmes gewohnt ist. Sie ist nicht diese verführerisch, geheimnisvolle Herzensdame unseres Antihelden, das würde auch überhaupt nicht in Herrn Murnberger&#8217;s Filmkonzept und der Gossendarstellung des Filmes passen. Die Angelika ist eine fleischige Großstadthure, allerdings eine mit sehr viel Herz. Zwar ist sie sicher nicht die Frau der Träume die sich der Brenner wünscht, wirkt in ihrer feinfühligen und überraschend verletzlichen Charakterisierung irrsinnig charmant. </span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-style: normal;"><span style="color: #ffffff;">Wer aber wirklich Brenner&#8217;s Herz erobern darf ist wohl die Klara. Eine alte Schulliebe die er nach Jahren wieder trifft, als sie in einem Autounfall verwickelt wird und der Brenner zur Rettung dort hin geordert wird. Sie ist definitiv die Seele, nicht nur vom Brenner, sondern gleich vom ganzen Film. Ohne sie würde ganz klar die emotionale Balance fehlen und der Film dadurch eindeutig zu Kühl wirken. Auch, oder gerade &#8216;weil&#8217; man kein Freund der obligatorischen &#8220;Damsel in distress&#8221; ist, wird einem Barbara Rudnik als Klara sehr gut gefallen. Auch wenn sie im Gegensatz zu den anderen Figuren relativ einschichtig ist, so fungiert sie gerade bis zum großen Finale als mehr, als nur die Braut des Helden. Sie bereichert die Story um einen entscheidenden Punkt und ist Brenners wahre moralische Stütze. Habe ich schon die fabelhafte Sexszene zwischen den beiden erwähnt? Nur soviel: skurril und dreckig. Barbara Rudnik ist eine absolute Idealbesetzung. Natürlich ergibt sich zunächst ein sehr eigenartiger Kontrast, da Rudnik als deutsche Schauspielerin eine eingesessene Wienerin mimt, allerdings zeigt sie das zu keiner Zeit, spricht (im Gegensatz zu Bernd Michael Lade als &#8220;Piefke&#8221;) in einem ruhigen aber bestimmten Hochdeutsch was auf eigenartige Art und Weise auch noch sehr gut zum Konzept der Klara &#8211; eine Karrierefrau aus gutem Hause &#8211; passt.</span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-style: normal;"><span style="color: #ffffff;">Der geheime Star des Filmes ist aufjedenfall Simon Schwarz der als unbeholfener Berti ganz klar die meisten Sympathiepunkte abbekommt. Und das vollkommen zurecht. Bertis Präsenz verleiht dem Streifen einen gesunden Buddymovietouch. Berti analysiert knallhart (&#8220;Du host nur zwa Gefühlsregungen: entweder du bist schlecht gelaunt oda dia is olles wurscht!&#8221;) und hat zu jeder Situation das richtige zu sagen (&#8220;Du bist total unsensibl&#8221;). Berti ist der Stichwortgeber vom Brenner der in seiner jungen Naivität unseren Antihelden stets dazu anheizt das richtige zu tun. Mehr als das, wird Berti dem Zuseher für längere Zeit im Gedächtnis bleiben, dank einer der wohl makaber humoristischsten Szenen der europäischen Filmgeschichte (ich sage an dieser Stelle nur &#8220;Knarre gegen Scheibe&#8221;). Simon Schwarz brilliert in dieser rolle und gibt der Figur mehr noch als in der Buchvorlage ein eindringliches Profil und wird neben dem kauzigkultigen Brenner, einem noch viel länger im Gedächtnis bleiben. Seine feuchtfröhlich naiven Monologe in denen er Brenner dazu bekehren versucht dem Teufel &#8220;Alkohol&#8221; und Beelzebub &#8221;Marihuana&#8221; abzusagen sind scharf wie eine Rasierklinge und auf ganz hohem Niveau. Wer, wenn nicht Herr Schwarz, könnte dies so brilliant und charmant zur Geltung bringen? Oh ja, Simon Schwarz&#8217;s Berti ist ein Mann für gewisse Stunden&#8230; zum Beispiel zum saufen gehen&#8230; oder kiffen&#8230;</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ffffff;">&#8220;</span><strong><span style="color: #ffffff;">Der Brenner</span></strong><span style="color: #ffffff;"> hat es sofort gerochen: Mein </span><strong><span style="color: #ffffff;">lieber Schwan</span></strong><span style="color: #ffffff;">,<br />
der </span><strong><span style="color: #ffffff;">Dunst</span></strong><span style="color: #ffffff;"> ist nicht nur vom </span><strong><span style="color: #ffffff;">Rauchen</span></strong><span style="color: #ffffff;"> und vom </span><strong><span style="color: #ffffff;">Saufen</span></strong><span style="color: #ffffff;"> gekommen.<br />
Vielmehr </span><strong><span style="color: #ffffff;">dünker</span></strong><span style="color: #ffffff;">&#8230; quasi das mit den </span><strong><span style="color: #ffffff;">Hormonen</span></strong><span style="color: #ffffff;">&#8230;. das </span><strong><span style="color: #ffffff;">Sexuelle!</span></strong><span style="color: #ffffff;">&#8220;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><span style="color: #ffffff;"><br />
</span> </span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span><span style="color: #ffffff;"> </span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-157" title="unbenannt-1" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2009/01/unbenannt-1.jpg" alt="unbenannt-1" /></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">&#8216;</span><span style="color: #ffffff;">Komm, süßer Tod&#8217; ist ein schauriges Bild des modernen Gesundheitswesens, wie es sich kein Diabetiker oder sonstiges &#8216;Dings&#8217; wünschen würde. Murnberger präsentiert uns eine fast schon verstörende Welt, in der sich Rettungsdienste einen Dreck um ihre Patienten scheren, ihre Kilometerzähler manipulieren da sie ja für jeden gefahrenen Kilometer 8 Schilling von der Gemeinde Wien bekommen, und Sanitäter ihren Diabetikern Zuckerinfusionen verabreichen sobald sie im Testament ihrer Opfer mit einem hohen Spendengeld vermerkt sind. In der Welt von Simon Brenner gibt es keine gutherzigen Rettungswagenfahrer, keine &#8216;Retter in der Not&#8217;. Sie saufen, rauchen, ficken, essen, schlafen und wiederholen diesen Prozess in möglichst runden Abständen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">Tatsächlich leben wir in einer Welt des Narzissmus&#8217; und des zynischen Materialismus&#8217;. Und trotz der Tatsache das der Film schon fast 9 Jahre auf dem Buckel hat, hat er bis heute nichts &#8211; oder nur sehr wenig &#8211; von seiner Aktualität verloren. Zwar distanziert sich der Film durch seinen beißenden, grotesken Humor so weit es Geht von einer uns greifbaren Realität, aber wie in jeder Groteske wirkt das ganze Szenario wie eine lediglich überspitzte Darstellung von Tatsachen. Und das kann dem Betrachter schon einen kleinen Schauer den Rücken hinunter Jagen, wenn man es nun zulässt. Der Film spielt dabei regelrecht mit der Vorstellungskraft seiner Zuschauer. Zwar wird das gesehene stets mit einer feinen Prise frisch gepfeffertem Humor garniert, und tatsächlich amüsiert man sich köstlich über diese Realitätspervertierung, doch sobald das Lachen verhallt und der Abspann gesehen ist, wünscht man sich für eine Kurze weile nur eines: Nur nicht mit dem Auto gegen eine Wand brettern und versuchen Rettungswagen soweit es geht aus dem Weg zu gehen. Zumindest in einem so gefährlichen und korrupten Pflaster wie Wien.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">Wolfgang Murnberger&#8217;s Inszenierung der rabenschwarzen Realitätssatire ist tadellos, das inkludiert natürlich sein hervorragendes Storytelling. Dabei spielt er sich nicht mit irgendwelchen Farbfiltern, sondern stellt diese sich selbst stets karikierende Welt in meist kalten, blassen Farben dar und hält das Bild so gut es geht in der Realität. Ich denke es war Edward R. Pressman der einst sagte dass Filme eine Flucht aus der Realität sein sollen. Da überrascht es fast schon wie Murnberger in die genau entgegengesetzte Richtung geht. Die Dialoge sind zwar stets gebissen scharf und werden durch den lässigen Wienerslang butterweich vorgetragen, wirken allerdings zu keiner Zeit aufgesetzt oder fehl am Platz. Da merkt man dass Hauptdarsteller und seines Zeichens Kultkabarettist Josef Hader selbst an der Entwicklung des Drehbuches beteiligt war. Was gesprochen wird, ist so zwar stets nahe an der Romanvorlage dran, entfernt sich davon aber weit genug um Josef Hader&#8217;s Stilgebenden Dialogen einen fast schon perfiden Standort zu verabreichen. Während der Roman stets im Dialekt, aber trotzdem relativ bodenständig geschrieben wurde, wird in der Verfilmung gleich ein ganzes dutzend feinstem Wienerchargon &#8216;drauf gelegt, büßt dabei allerdings an einigen stellen etwas der Spannung der Romanvorlage ein. Urkomisch ist der Film stellenweise daher schon, die Spannungskurve wie im Buch kratzt er dafür allerdings nie.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">Es ist wohl auch absolut nicht die Absicht von Murnberger gewesen dem Roman in Sachen Spannungs- und Krimigehalt nachzuziehen. Immerhin stammt das Drehbuch ja auch von Romanautor Wolf Haas (der den ein oder anderen charmanten Cameoauftritt, als Sanitäter der an einem Roman schreibt, hat). Und der hätte die Geschichte wohl noch am ehesten so nahe wie möglich an sein eigenes Werk gehalten. Viel mehr versucht Murnberger die ganzen Horrorgeschichten, die sich zumeist Rentner untereinander über die Rettungsdienste erzählen, so humoristisch wie möglich auf Film zu bannen. &#8216;Komm, süßer Tod&#8217; ist eine Satire über den Rettungswagenfahrerberuf ansich und funktioniert so auch einfach blendend. Murnberger lacht sich regelrecht einen ab und macht sich von Minute zu Minute lustig über abergläubische Rentner und Unfallopfer. Eigentlich kein sehr charmanter Zug, ethisch gesehen wohl auch vollkommen daneben&#8230; aber hey, so sind wir halt, wir Ösis.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-179" title="brennerklara" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2009/01/brennerklara.jpg" alt="brennerklara" /></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">Hand aufs Herz: inszenatorisch reißt der Film absolut keine Bäume aus. Nicht einmal das Erscheinungsjahr, &#8217;2000&#8242;, kann diesen Eindruck trügen. Sogar &#8216;Tatort&#8217; Episode dieser Zeit waren sicherlich auf gleichem, wenn nicht gar höherem Niveau. Wahrscheinlich widerstrebte das auch der Intention von Herrn Murnberger. Es galt eine treffsichere, humoristische und in gewisser Weise gesellschaftskritische Geschichte zu erzählen. Und das gelingt ihm durch diesen simplen Look tadellos. Wo der Film wirklich überrascht sind diese vielen Kleinigkeiten die der Inszenierung einen sehr eigenen, urigen Charakter verleihen. Sei es die Bezeichnung eines &#8216;Leberkäses mit kleiner Pfefferoni&#8221; als &#8220;Spenderleber&#8221; oder dem stilistischen Einsatz der Musikpassage &#8220;Komm, süßes Kreuz&#8221; aus der Matthäus Passion.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">Zu diesen feinen Kleinigkeiten zählt sicher auch der fantastische Soundtrack der wiener Trip-Hop Band &#8220;Sofa Surfers&#8221;, die ein breites Repertoire von zumeist dumpfen, tiefgesetzten Synthiebässen auffahren und den Film damit in ein bedrückendes Tief tauchen. Das ist fantastisch und hat einen irrsinnigen Wiedererkennungswert. Gerade dieser Sound ist es doch, der Fans der Wolf Haas Verfilmungen noch lange im Gedächtnis bleibt und bezeichnend für die allgemeine Grundstimmung des Filmes ist. In so einfachen Sounds kann man einen Film also charakterisieren. So &#8220;klingt&#8221; Wien zur Jahrtausendwende. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">Ein fabelhafter Soundtrack, perfekt auf die Rollen zugeschnittene Schauspieler, eine morbide Inszenierung, beißend zynischer Humor und ein prägnantes Drehbuch basierend auf einem kultigen Roman mit tieferer Aussage. &#8216;Komm, süßer Tod&#8217; gehört zurecht zu den wertvollsten Zeitdokumenten des österreichischen Filmes. Diese elegante Lebenssatire wird den Betrachter noch über Tage hinweg verfolgen, sich über ihn amüsieren und zugleich über eine gewisse, tiefere Bedeutung nachdenken lassen. Was diese ist sei jedem selbst überlassen herauszufinden. Natürlich wird gerade der Humor und Slang manch einen ausserhalb der Alpenrepublik abschrecken, doch wer sich die Zeit nimmt in diese fantastische Welt aus Korruption, Sex, Gewalt und &#8216;Trottln&#8217; einzutauchen, der wird sich nur schwer diesem Bann wieder entziehen können. Als großes Ganzes zählt &#8216;Komm&#8230;&#8217; sicher nicht zu den besten Filmen, doch seinen Platz bei den unterhaltsamsten hat er sich schon längst eingenommen. Und den könnt nichtmal ihr Piefkes ihm streitig machen!</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ffffff;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/a4gnXBSBojk" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/a4gnXBSBojk"></embed></object></span></p>
<pre><span style="color: #ffffff;">Noir-Groteske, Österreich 2000
Mit: Josef Hader, Simon Schwarz, Nina Proll,  Barbara Rudnik, Karl Markovich
Regie: Wolfgang Murnberger </span></pre>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.brenkstertools.com/filmrezension-komm-suser-tod-komm-suse-groteske-teil-1/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>The Crow: the graphic novel &#124; Comic Review #1</title>
		<link>http://www.brenkstertools.com/the-crow-the-graphic-novel-comic-review-1</link>
		<comments>http://www.brenkstertools.com/the-crow-the-graphic-novel-comic-review-1#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 21:22:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[comics]]></category>
		<category><![CDATA[reviews]]></category>
		<category><![CDATA[german]]></category>
		<category><![CDATA[the crow]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.brenkster.de/?p=48</guid>
		<description><![CDATA[THE CROW JAMES O&#8217;BARR &#8220;A year ago&#8230; a cold october night&#8230; a broken down car on a dirt road&#8230; a man&#8230; a girl&#8230; madness&#8230; pain&#8230; and shadows&#8230; my god, THE SHADOWS!!&#8221; Viele werden The Crow kennen, nur wenige den Ursprung dieses gotischen Dramas von griechischer Größe. Wahrhaftig zählt James O&#8217;Barrs düster melancholische Tragödie gerade durch den im Jahr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1 style="text-align: center;"><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-166" title="header-kopie" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2008/12/header-kopie.jpg" alt="header-kopie" /><br />
<span style="color: #800000;"> THE CROW</span><span style="color: #ffffff;"><br />
</span><span style="color: #800000;"><br />
</span> </strong>JAMES O&#8217;BARR</h1>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">&#8220;A year ago&#8230; a cold october night&#8230; a broken down car<br />
on a dirt road&#8230; a man&#8230; a girl&#8230;<br />
madness&#8230; pain&#8230; and shadows&#8230;<br />
my god, THE SHADOWS!!&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Viele werden The Crow kennen, nur wenige den Ursprung dieses gotischen Dramas von griechischer Größe. Wahrhaftig zählt James O&#8217;Barrs düster melancholische Tragödie gerade durch den im Jahr 1994 veröffentlichten Kinofilm, in dem Brandon Lee tragisch zum Tode gekommen ist, als Kultklassiker des Gothicthrillers. Und so komme ich schon zum Beginn meiner Review in ein kleines Dilemma. Ursprünglich wollte ich frei von jeglichen Einflüssen dieses kleine Meisterwerk kolumnieren ohne einen Bezug zu Brandon Lee und seiner letzten großen Rolle zu machen, doch es ist ein heikles Thema an dieser Sache vorbei zu kommen. Schließlich ist es gleichzeitig die beste Möglichkeit, eine Kritik zu einem relativ unbekanntem Comic zu schreiben, indem man Bezug auf das Medium nimmt, das diese tragische Geschichte erst bekannt gemacht hat. Doch, um in Gefahr zu laufen mich nun bei einigen von euch unbeliebt zu machen, werde ich nun eine Sache klar stellen: ich finde den Film nett doch auf ganzer Ebene überbewertet. Welchen Grund kann ich denn nur haben um zu diesem Entschluß zu kommen? Er liegt vor mir auf dem Tisch, aufgeschlagen. Und jeder der den Comic gelesen hat und sich mit dessen tragischen Hintergründen befasst, wird mir wohl auch zustimmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Um zu verstehen welch tiefere Bedeutung diese wundervolle Graphic Novel hat, muss man die Uhr erst einmal 30 Jahre zurück stellen. Zurück auf das Jahrzehnt in dem James O&#8217;Barr&#8217;s schmerzen begangen. Um es einmal seicht zu sagen, James O&#8217;Barr hatte keine sehr schöne Kindheit. Geboren wurde er als Sohn einer Whitetrashhausfrau in einem veraltetem Trailerpark irgendwo am Rande von Detroit City. Da seine Mutter während seiner Geburt unheimlich betrunken und stoned war, ist sein wahres Geburtsdatum unbekannt. Man weiß lediglich dass sie irgendwann zwischen Heilig Abend und Neujahr statt gefunden hat, wodurch auf der Geburtsurkunde der 31. Dezember vermerkt ist. Lange blieb O&#8217;Barr seiner wahren Mutter nicht erhalten, denn nur kurz nach seiner Geburt lebte er eine Zeit lang in einem Waisenhaus, wo er seinen ersten Kontakt mit Stift und Papier machte. O&#8217;Barr war schon immer ein sehr verschloßener Junge und hat kaum mit anderen Menschen geredet. Das macht sich besonders in seinen aktuellen Interviews bemerkbar, in denen er förmlich nach Wörtern ringt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das wirkliche Drama begann erst in der Highschoolzeit. Dort verliebte er sich unsterblich in ein Mädchen das ironischerweise das genaue Gegenteil zu ihm war. Er war der Zyniker der kaum redete und fast nur schlechtes in der Welt und Menschheit fand, und sie war die Wortgewandte die alles gute in den Menschen sah. Sie war quasi sein neu errungener Lebenswille, eine neue Energie die ihm in seinem Leben Kraft gab und es um einen Sinn bereicherte. Scheinbar wart irgendetwas gegen dieses Glück, denn etwa ein halbes Jahr vor der Hochzeit wurde O&#8217;Barr&#8217;s verlobte auf offener Straße von einem betrunkenen Autofahrer niedergefahren und umgebracht. Den Fahrer hat man bis heute nicht gefunden.</p>
<p style="text-align: justify;">Scheinbar war es genau dieses tragische Ereignis das O&#8217;Barr auf den Boden der Tatsachen rüttelte. Sein Leben verlor jeden Sinn, er war geladen &#8211; voller Wut, Hass und Trauer. Es traumarisierte ihn so sehr dass er einzig und allein durch das Zeichnen ein gewisses Ventil finden konnte, mit dem er seinen Depressionen freien Lauf lies. 1981 begann James O&#8217;Barr mit seiner Arbeit an The Crow. Ein Werk, das nicht nur seine ganz persönliche Psychotherapie sein und ganze 8 Jahre an schmerzhaften Erinnerungen und Überwindungen bis zur Vollendung in Anspruch nehmen, sondern auch ein riesiges Franchise mit sich nachziehen, den Gothic kommerzialisieren und James O&#8217;Barr zu einem der gefragtesten Standalone Künstler machen sollte.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: right;">&#8220;&#8216;Mr, Jones?&#8217;<br />
&#8216;Y-Yes, Sir&#8230;&#8217;<br />
&#8216;Are there Spots in a leopard&#8217;s Eyes, also?&#8217;&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-168" title="eric" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2008/12/eric.jpg" alt="eric" />The Crow ist die Geschichte von einem Mann (Eric) der von den Toten auferstanden ist und nach Rache dürstet. Noch ein Jahr zuvor wurden er und seine Verlobte (Shelly) auf einer offenen, gottverlassenen Landstraße irgendwo in der ländlichen Gegend um Detroit von einer Gang, bestehend aus fünf Punks, brutal ermordet. Während der Körper seiner verlobten, Shelly, noch während ihrer furchtbar unmenschlichen Vergewaltigung schlapp machte, musste Eric das gesamte Drama schwer verwundet betrachten. The Crow ist die Geschichte von einem Mann (Eric) der von den Toten auferstanden ist und nach Rache dürstet. Noch ein Jahr zuvor wurden er und seine Verlobte (Shelly) auf einer offenen, gottverlassenen Landstraße irgendwo in der ländlichen Gegend um Detroit von einer Gang, bestehend aus fünf Punks, brutal ermordet. Während der Körper seiner verlobten, Shelly, noch während ihrer furchtbar unmenschlichen Vergewaltigung schlapp machte, musste Eric das gesamte Drama schwer verwundet betrachten.</p>
<p style="text-align: justify;">Immer mit der imaginären Krähe im rücken die ihm zischend zuflüsterte &#8220;Don&#8217;t look Eric, it&#8217;s okay&#8221;, konnte er ihrem Ruf nicht folge leisten. Eric sah zu&#8230; er sah alles. Und auch wenn die Ärzte einen klaren Hirntot diagnostizierten, so war er trotzdem bei vollem Verstand. &#8220;Let&#8217;s get outta here. You have responsibilities, Junior.&#8221;, zischte die Krähe Eric noch ein letztes mal zu, ehe auch er, während seiner Operation, das Leben aufgab.</p>
<p style="text-align: justify;">Sein Schicksal wart besiegelt und die Krähe, der Vogel des Todes, bringt seine gequälte Seele zurück in die Welt der Lebenden. Eric kennt seine Aufgabe, er kennt sie gut. Vergeltung, seine Peiniger müssen leiden so wie er gelitten hat. Einer nach dem anderen wird sterben. Blutig, brutal, ohne Gnade. Doch wo endet Recht und wo beginnt Unrecht? Welchen Sinn hat Rache wenn sich Eric&#8217;s Opfer ihrer Schuld nicht einmal im klaren sind, und nicht wissen, was sie ihm angetan haben? Und kann Eric mehr bewirken als nur seine eigenen, egoistischen Gelüste zu stillen und seiner perversen Ideologie von Gerechtigkeit freien Lauf zu lassen?</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: center;">&#8220;Bring me the Head of David, she said.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Wie ich schon geschrieben habe, ist die Geschichte von The Crow ganz sicher kein Tiefkomplexes Zeugnis vom Kaliber eines Alan Moore. Doch das soll es auch gar nicht sein. Es war nicht O&#8217;Barr&#8217;s Wille eine Geschichte zu schreiben die den Leser an der Hand packt und ihn durch einen tiefsinnigen Plot führt, genauso wenig wie es von ihm beabsichtigt war ein Werk zu kreieren das unterhalten soll. Das sind nicht die Dinge die The Crow auszeichnen und das waren sie noch nie. The Crow ist O&#8217;Barr&#8217;s Ventil seiner eigenen Frustrationen. Das eintauchen in seine persönliche Hölle. Der Spiegel seiner kalten Seele und ein lesbares &#8220;Fuck You&#8221; an Gott, die Welt und allem was ihm versagte endlich glücklich zu sein. Doch was ist es nun eigentlich, das uns als Leser so sehr an dieser Geschichte mitnimmt? Warum lesen wir diese 220 Seiten lange Entladung an Frustrationen, Depressionen und Hass? Die Antwort ist dabei genauso durchtrieben und undefinierbar wie dieses Projektil einer kalten Realität hoch selbst. Sie liegt im Detail. Und nur wenn man die vielen Metaphern, die sich über diesen völlig in Schwarz-weiß gehaltenen Band verteilen, betrachtet &#8211; die Kleinigkeiten ins Auge fasst und Erics Zitate um Milton und Voltaire verfolgt, so wird man sich erst diesem besonderem Genuß im klaren sein. So wenn man doch will.</p>
<p style="text-align: justify;">Würde man mich bitten The Crow in einem Wort zusammenzufassen, so würde ich immer auf &#8220;ungemütlich&#8221; zurück greifen. Ungemütlich ist der Comic auf so vielen Ebenen. In Erster Linie wäre da die ruchlose Gewalt mit der Eric vom Opfer zum Vollstrecker mutiert. Erics Mittel seinen Rachedurst zu stillen sind dabei so rabiat wie man es sich nur vorstellen kann. Sei es der Moment in dem Eric einem Kleinganoven Finger und Zähen mit einer Zange entfernt hat, bis er alle Informationen bekam die er haben wollte. &#8220;I would have brought the fingers as documentation, but he had to eat them also.&#8221; Oder die Stelle in der er einem seiner Mörder, Tom-Tom, mit einem Samuraischwert die Beine abgehackt hat und ihn langsam an den Wunden verbluten lies.</p>
<p style="text-align: justify;">James O&#8217;Barr selbst hat Erics grausames Handeln in aller Einfachheit, treffsicher zusammengefasst. &#8220;Wenn Eric in eine Bar geht um an einer Person Rache zu nehmen, so wird garantiert jede Person im Raum sterben. Egal ob Schuldig oder nicht. Was Eric macht ist zwar irrsinnig romantisch, aber er ist sicher kein Held&#8221;. Und da haben wir schon den springenden Punkt der den Comic im vergleich zur filmischen Umsetzung so stark unterscheidet: Im Film ist Eric ein Held. Er tötet die bösen Buben. Sicher ist sein Handeln auch im Film bedenklich, doch die Welt in der er agiert wird ein besserer Ort sein wenn Eric alle Verbrecher aufgemischt hat. Eric im Comic ist schlicht und ergreifend ein Psychopath. Was er tut ist alles andere als heldenhaft. Eric kennt keine Skrupel, der Himmel hat ihn wieder ausgespuckt, gab ihm Unsterblichkeit und eine imaginäre Krähe die sein blutiges treiben auch noch zynisch ermutigt. Er hat sämtliches Empfinden für Recht und Unrecht verloren, er ist ein Vigilant, ein Massenmörder mit null Empathie. Als Leser wird man ständig vor ein Dilemma gestellt. Zum einen versucht man Erics Taten zu billigen. Man versucht sein treiben zu verstehen und beginnt damit sich einzureden dass man selbst in seiner Situation wohl genauso handeln würde. Doch dann wiederum vermittelt James O&#8217;Barr einem ein unangenehmes Gefühl, dass man als &#8220;Zuseher&#8221; quasi selbst das Ruder verliert, dass man den Sinn für Gerechtigkeit wie auch Eric über Bord wirft. Und das ganze wird auch noch durch eine Kleinigkeit unterstrichen, die, so marginal sie auch zu sein scheint, irrsinnig schockiert. Eric genießt es, jede Sekunde, jede Schmerzen die er bereitet. Es ist ihm ein wahrhaftiges Fest.</p>
<p style="text-align: justify;">Ohne dass es O&#8217;Barr wirklich will, wird der geneigte Leser hier mit einer wohlwollenden Klausel über Selbstjustiz belehrt. Man wird förmlich selbst in Erics blutiges treiben mit einbezogen und sieht sich selbst an Erics Seite. Was würde man selbst tun? Wie weit würde man gehen? Allein das macht diesen Comic so viel intelligenter als es die Filmadaption überhaupt sein könnte. Während Eric im Film ein triumphierender Engel ist, der das Böse besiegt um für seine geliebte den Frieden im Jenseits zu erkämpfen, hat man es in der Graphic Novel mit einer weitaus vielschichtigeren Figur zu tun. Die Art, wie Eric seine Feinde dezimiert, mag auf einer gewissen Basis berechtigt sein, doch im Prinzip ist er in erster Linie eines: ein Gewalttäter der eigene egoistische Ziele verfolgt, die definitive Perversion eines Triebtäters. Man kann für Eric sicherlich viel empfinden, man kann ihn verstehen. Man kann mit ihm leiden, doch eines&#8230; wirklich eines kann man nicht; man kann sich nicht mit ihm identifizieren, nicht solange man nicht selbst durch seine Hölle gegangen ist. Sieht was er gesehen hat.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-169" title="eric1" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2008/12/eric1.jpg" alt="eric1" /></p>
<p style="text-align: justify;">O&#8217;Barr stellt den Comic in ein moralisches Dilemma nach dem anderen. So sehr wir Erics tanz mit dem Tod auch verstehen mögen, so wenig können wir uns mit seinen Gefühlen gleich setzen. Man müsste fast meinen dass die einzige Person mit der sich der Leser wirklich im Einklang spürt Shelly ist, doch dem ist nicht so. Ganz und gar nicht. Ich will keineswegs grausam oder kalt klingen, doch Shelly ist im Grunde nur das logische Produkt das Erics Feuer schürt. Ihre einzige Aufgabe ist es, vergewaltigt zu werden und zu sterben&#8230; und Eric mit den Erinnerungen an sie und ihrem Tod zu quälen. James O&#8217;Barr lässt keine Gelegenheit aus um es uns unter die Nase zu reiben. Die meiste Zeit wird Shelly als Götzenbild dargestellt. Wenn Eric sich an sie erinnert, passiert dies zu meist in den wunderschön in Aquarell gehaltenen Traumsequenzen. O&#8217;Barr stellt Shelly als Muse dar, als Engel und starke spirituelle kraft. Es fällt daher schwer eine persönliche Verbindung mit ihr aufzubauen. Nüchtern betrachtet sollen wir das auch gar nicht. Man soll lediglich verstehen, wieso  Eric tut, was er nunmal tut. Und in den Traum- und Flashbacksequenzen sehen wir es ganz genau. Eric hat Shelly geliebt, Shelly, dieses wunderschöne, naive, junge Wesen. Mehr als das, er vergötterte sie, hob sie auf ein kleinen Podest. Shelly&#8230; seine treibende Kraft&#8230; sein einziger Grund wieso er existiert.<br />
O&#8217;Barr stellt den Comic in ein moralisches Dilemma nach dem anderen. So sehr wir Erics tanz mit dem Tod auch verstehen mögen, so wenig können wir uns mit seinen Gefühlen gleich setzen. Man müsste fast meinen dass die einzige Person mit der sich der Leser wirklich im Einklang spürt Shelly ist, doch dem ist nicht so. Ganz und gar nicht. Ich will keineswegs grausam oder kalt klingen, doch Shelly ist im Grunde nur das logische Produkt das Erics Feuer schürt. Ihre einzige Aufgabe ist es, vergewaltigt zu werden und zu sterben&#8230; und Eric mit den Erinnerungen an sie und ihrem Tod zu quälen. James O&#8217;Barr lässt keine Gelegenheit aus um es uns unter die Nase zu reiben. Die meiste Zeit wird Shelly als Götzenbild dargestellt. Wenn Eric sich an sie erinnert, passiert dies zu meist in den wunderschön in Aquarell gehaltenen Traumsequenzen. O&#8217;Barr stellt Shelly als Muse dar, als Engel und starke spirituelle kraft. Es fällt daher schwer eine persönliche Verbindung mit ihr aufzubauen. Nüchtern betrachtet sollen wir das auch gar nicht. Man soll lediglich verstehen, wieso  Eric tut, was er nunmal tut. Und in den Traum- und Flashbacksequenzen sehen wir es ganz genau. Eric hat Shelly geliebt, Shelly, dieses wunderschöne, naive, junge Wesen. Mehr als das, er vergötterte sie, hob sie auf ein kleinen Podest. Shelly&#8230; seine treibende Kraft&#8230; sein einziger Grund wieso er existiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Gerade eine der eindringlichsten Stellen in der Graphic Novel ist Erics Erinnerung an die Nacht ihrer Ermordung. Eric schneidet sich die Pulsadern mit einem Rasiermesser auf, er schreit, weint, und wir verstehen. Eigentlich sollte uns die Ermordung an Shelly mitnehmen. James O&#8217;Barr verschönt nichts. Shelly wird aus dem Auto gezerrt, weil sie nicht aufhört zu schreien wird auf ihr Gesicht eingetreten. Fünf Männer ficken sie und sie kann sich nicht dagegen wehren, so sehr sie es auch versucht. So sehr sie auch nach Eric schreit. Das treiben zieht sich so lange, bis T-Bird ihren halben Kopf wegschießt. Doch auch da hören ihre Qualen nicht auf. Funboy vergeht sich genüsslich an ihrer Leiche, demütigt sie. So Skrupellos und morbid diese Stelle dargestellt wird, so werden wir nicht auf die schmerzen Shellys aufmerksam. Wie auch? Das ist ihre Aufgabe. Shelly soll sterben. Was uns wirklich bekümmert ist Erics versagen. Eric schneidet seine Arme auf, aber nicht wegen der Ermordung generell, sondern aus schlichtem Selbsthass. Eric wird jetzt erst klar wie sehr er doch versagt hat. Er hätte etwas tun sollen. Er sagte Shelly dass alles wieder gut wird, es war eine Lüge. Eric erkennt was für ein Monster aus ihm geworden ist. Er hasst sich selbst für alles was er nicht getan hatte und für alles was er vielleicht hätte tun können. Auf einmal scheinen auch wir einzusehen dass das was Eric tut nicht nur aus narrenhafter Liebe zu einer Frau passiert, dass es nicht nur sein überromantisches verhalten ist, welches ihn auszeichnet. Eric ist zurückgekehrt um Fehler der Vergangenheit auszubessern und geschehen Dinge wieder gut zu machen. Nicht nur den Fehler Shellys Ermordung - auch wenn das erst der Katalysator für sein leben nach dem Tod ist. Sondern viel mehr die Fehler die er selbst begangen hat. So peinlich naiv es für uns scheinen mag, so logisch ist diese Konsequenz in Erics Augen. Wie würden wir handeln? Was würden wir tun?</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: center;">&#8220;Seven blackbirds in a tree,<br />
count them, count them, and see what they be<br />
one for sorrow, two for joy,<br />
three for a girl, four for a boy<br />
five for silver, six for gold<br />
seven for a secret, that&#8217;s never been told&#8230;<br />
&#8230;<br />
YOU ARE ALL GOING TO DIE!&#8221;<br />
&#8220;</p>
<p style="text-align: justify;">Eric tötet aus so vielen Gründen. Aus Gründen der Leidenschaft, Liebe oder auch naivem Selbsthass. Und dennoch, so sehr Eric dafür kämpft diese Furchtbaren Dinge in einen logischen Einklang zu bringen, so muss er sich selbst damit konfrontiert sehen dass all seine taten keine Auswirkungen haben. Natürlich metzelt sich Eric durch eine große Schicht Detroit&#8217;s organisiertem Verbrechens. Aber ist es letzt endlich nicht so, dass das Verbrechen eine uralte Kraft ist, derer man unmöglich abtrünnig werden kann? Die Wunde die Eric in diesem Verbrechenszyklus hinterlässt ist marginal, es werden sich andere Verbrecherschichten auftun. Dagegen kann Eric nichts bewirken. Er wird fort sein, das Verbrechen allerdings nicht. Noch in der Filmumsetzung kann man sagen dass die Welt ein besserer Ort werden wird. Eric tötete quasi den Kingpin der Stadt und all seine Gefolgsleute. Hier allerdings tötet Eric lediglich ein paar kleine Fische, quasi der Fuß der Nahrungskette. Das macht den Comic so bittersüß. Wir sehen dass Eric zwar aus seiner eigenen egoistischen Perspektive Erlösung finden wird, die Menschen von Detroit werden allerdings an den Nachwehen seiner taten leiden. Für sie wird es keine Erlösung geben.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein schöner Dialog findet zwischen Eric und einem kleinen Mädchen namens Sherri statt. Eric versuchte zuvor Sherris Mutter auf den richtigen Weg zu bekehren und sie dazu zu bringen sich um ihre kleine verwahrloste Tochter zu kümmern. Während ihm das im Film gelang sieht die Realität im Comic leider so aus dass Sherri&#8217;s Mutter nach wie vor die Spritze anbeten wird und ihre Tochter auch weiterhin verwahrlosen lässt. In dem Dialog zwischen Eric und dem Mädchen macht Eric ihr klar dass er ihr nicht helfen kann. Eric ist selbst machtlos gegen all das schlimme das auf dieser Welt geschieht doch er verspricht ihr dass irgendwann Sonne auf die Erde strahlen wird und Sherri dann nur gutes widerfährt. Ein modriger Geschmack schießt einem in den Magen, so versprach er doch auch Shelly dass er sie beschützen wird. Eric hat unrecht, und nichts wird für das Mädchen gut werden. Auch sie wird ein Opfer von Detroits krimineller Oberschicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist fast schon ironisch dass gerade Sherri die einzige Person im Comic ist mit der wir uns als Leser am verbundensten fühlen. Sherri ist eine Art Spiegel für uns in dem wir erst erkennen dass wir doch selbst schon so oft diesen Wunsch nach Gerechtigkeit und Fairness in uns trugen, nur um kurz darauf von der kalten Realität eingeholt zu werden. Und so fügt sich das Muster zusammen, Eric empfindet genauso. Was ihn von Sherri unterscheidet, ist seine Obsession dieses Bedürfnis in perversester Art und Weise auszuleben während Sherri das wahre Opfer dieser furchtbar grausamen Realität ist. Für sie wird es keine Erlösung geben, für Eric schon.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright size-full wp-image-170" title="erik3" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2008/12/erik3.jpg" alt="erik3" />Genau da brilliert The Crow auf ganzer Ebene. Ich würde nicht sagen dass es ein besonders gut geschriebener Comic ist, per se. Aber was es ist kann man gut und gerne als eines der vielleicht symbolischsten Werke der Comicgeschichte bezeichnen. Es ist geladene Wut. 220 Seiten voller Hoffnungslosigkeit, Trauer und Verzweiflung. Dabei gelingt O&#8217;Barr ein Kunststück, welches man ihm schwer anrechnen muss. Auch wenn er einen Comic geschaffen hat, der vollkommen ohne Helden auskommt, so fühlen wir zu jeder Situation mit Eric. Wir akzeptieren seine Taten und betrachten es als die logische Konsequenz von dem an, was ihm widerfahren ist. Mögen seine Taten auch noch so unberechenbar sein und aus blinder Wut geschehen. Doch wir verstehen Eric nicht durch sein Handeln selbst, sondern viel mehr durch dritte Personen hindurch. Mag es Sherri sein, die als Spiegel von Erics trauernder Seele gilt oder auch seine Opfer, die uns verdeutlichen weshalb Eric zu diesen Mitteln greift.Genau da brilliert The Crow auf ganzer Ebene. Ich würde nicht sagen dass es ein besonders gut geschriebener Comic ist, per se. Aber was es ist kann man gut und gerne als eines der vielleicht symbolischsten Werke der Comicgeschichte bezeichnen. Es ist geladene Wut. 220 Seiten voller Hoffnungslosigkeit, Trauer und Verzweiflung. Dabei gelingt O&#8217;Barr ein Kunststück, welches man ihm schwer anrechnen muss. Auch wenn er einen Comic geschaffen hat, der vollkommen ohne Helden auskommt, so fühlen wir zu jeder Situation mit Eric. Wir akzeptieren seine Taten und betrachten es als die logische Konsequenz von dem an, was ihm widerfahren ist. Mögen seine Taten auch noch so unberechenbar sein und aus blinder Wut geschehen. Doch wir verstehen Eric nicht durch sein Handeln selbst, sondern viel mehr durch dritte Personen hindurch. Mag es Sherri sein, die als Spiegel von Erics trauernder Seele gilt oder auch seine Opfer, die uns verdeutlichen weshalb Eric zu diesen Mitteln greift.</p>
<p style="text-align: justify;">Gerade hier ist der Comic wirklich Stark: in der Charakterisierung der Gangster die von Eric gejagt werden. Allen voran der wunderbar ausgearbeitete Funboy, dessen Tat Shellys Leiche zu schänden das wohl grausamste Produkt war. Dabei bleibt ein Zitat von Funboy ganz besonders im Kopf hängen. &#8220;Ich wünschte ich könnte sagen dass es mir leid tut was ich getan habe, aber das tut es nicht. Ich bin ein Monster und brenne im Innersten&#8221;. Erics Hilflosigkeit wird auf diesem Weg gezeichnet. Er kann zwar jeden töten der für den Tod von Shelly und ihm verantwortlich war, doch welchen Moralischen nutzen hat es letzt endlich wirklich? Wie kann man einem Menschen seine grausamen Taten vorzeigen, wenn er doch keinerlei Vernunft kennt? Eric kann sie töten, allerdings nicht bekehren.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">&#8220;We do not recognize our souls until they are in pain&#8230;&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">So unbequem und deprimierend es auch ist The Crow zu lesen, so faszinierend ist doch der Comic als großes Ganzes betrachtet. In erster Linie sehen wir nur eine simpel gestrickte Rachestory mit einem schier unbesiegbaren Protagonisten. Doch worauf wir viel mehr achten sollten ist die Symbolik die so raffiniert mit der Story in Einklang geht. James O&#8217;Barr hat eine der traurigsten und gleichzeitig beängstigendsten Liebesgeschichten der modernen Literatur erschaffen. Wenn man die Möglichkeit hat sollte man&#8230; nein, MUSS man sich ihrer hingeben. The Crow ist ein tragisches Zeugnis von durch Wut geführter Kreativität. Ein symbolisches und philosophisches Manifest derer Tiefe und Schwere sich der Leser nicht mehr entziehen kann. Es lässt einen über die Menschlichkeit als ethischen Komplex nachdenken und verleitet einen darüber zu philosophieren. Simpel ausgedrückt ist es eines: ein tiefgreifendes Gothicdrama, welches mit Neil Gaimans The Sandman ein ganzes Genre definierte und auch heute noch an seiner Aktualität nichts einbüßt. Man muss es einfach selbst gelesen haben. Das rate ich jedem, der bereit ist in die Tiefen der menschlichen Seele einzutauchen und ein Stück davon abzunagen&#8230; es wird ein köstliches Mal sein.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-171" title="crow1" src="http://brenkstertools.com/wp-content/uploads/2008/12/crow1.jpg" alt="crow1" /></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><br />
</span> </span><span style="color: #c0c0c0;"> </span></span><span style="color: #800000;"><span style="color: #333333;"><span style="color: #c0c0c0;"><br />
</span> </span><span style="color: #c0c0c0;"> </span></span><span style="color: #c0c0c0;"> </span></span></p>
<p style="text-align: left;"><strong><span style="color: #c0c0c0;"> </span></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: normal;"><br />
</span></span></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.brenkstertools.com/the-crow-the-graphic-novel-comic-review-1/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
