My Writings. My Thoughts.
Singularity | Science Fiction-Shooter
by sp | | May 15th, 2010 | quickies, videogames, videos
Singularity’s main gameplay mechanism is a device, known in the game as the TMD (Time Manipulation Device). The TMD has the ability to move a single object through time, both into the future, and into the past. It can also freeze an object in time, and has an ‘Impulse’ function, which can be used as a weapon once upgraded. The TMD is multifunctional, as it can be used as a powerful weapon, but also as a tool in puzzle solving scenarios.
Life of Agony | Alternative Metal
by sp | | April 3rd, 2010 | music, quickies, videos
Life of Agony is an alternative metal band from Brooklyn, New York.
Tre Lux | Trip Hop
by sp | | April 2nd, 2010 | music, quickies, videos
Tre Lux (also known as Tré Lux) is the solo trip hop project of Tina Root, the vocalist of Switchblade Symphony.
Comic Quickie | House Of Mystery Vol. 1: Room & Boredom
by Manuel | | March 1st, 2010 | Manuel, columns & rants, comics, reviews
Lasst uns doch heute alle gemeinsam ein Konzept für eine neue “On Going” Comicserie ausarbeiten. Welche Zutaten brauchen wir dafür? Zunächst einmal ein Genre unter dessem Deckmantel wir unsere Idee verwirklichen. Wenn ihr denn nun alle einverstanden seid, nehmen wir uns das Thema “Fabeln und Gute Nachtgeschichten” vor. Dann eine innovative, packende – vielleicht ja sogar ‘noch nie da gewesene’ – Story, die dem, für unsere Idee, passendem Genre schmeichelt. Ein wenig Sozialsatire hier, ein spannender Cliffhanger am Ende der ersten Ausgabe da. Natürlich eine Handvoll liebenswerter Charaktere und, um das ganze abzurunden, einen Fiesling der die Motivation unserer Helden steigert.
Oder wir machen es uns ganz einfach, packen die Mottenkiste unseres Verlages ‘raus (in diesem Fall DC Comics und dessen Vertigo Imprint) und verleihen dem ganzen einen komplett neuen Anstrich. Was, das ist euch nicht innovativ genug? Ein Schelm über mich, weil ich mir einfach die Ideen längst vergessener Tage zu Nutze mache? Und wenn ich euch nun sage dass ich mit Matthew Sturges und Bill Willingham gleich zwei Autoren die für ihre schaurig schönen Erzählungen (namhaft die fantastische Fables Reihe) bekannt sind, verpflichten konnte? Ach, noch immer nicht überzeugt? Sind wir gar etwas kleinlaut und verwöhnt? Wie ihr wollt… aber euch sei doch bitte gesagt dass ihr euch mit House Of Mystery die wohl derzeit beste Comicserie auf dem Markt entgehen lasst. Seid mir bitte nicht böse, aber hier wird auf keinen Fall mit Superlativen gespart. Denn was sich der leitende Schreiberling dieser Serie, Matthew Sturges, aus den Fingern saugt stellt stellenweise sämtliche Fantasien der von so manch einer Fabel in den Schatten.
Wie schon erwähnt ist das Konzept dieser Reihe nicht ganz neu, wenn auch noch nie in dieser Form da gewesen. Basieren tut das ganze auf der gleichnamigen House Of Mystery Comicreihe die ab dem kühlen Dezember von 1951 beim Stammverlag DC Comics publiziert wurde. In dieser ursprünglichen Form nahm die Serie große Anleihen auf die thematisch ähnlichen Geschichte aus der Gruft die der Konkurrenzverlag EC Comics veröffentlichte. So drehte sich die zugrunde liegende Geschichte um die zwei Besitzer des Hauses, Cain (tatsächlich auch hier der Bruder von Abel) und Gregory, die sich trotz ihrer natürlichen Differenz immer auf Ruhe besinnen konnten, um dem Leser schaurig schöne Horrorkurzgeschichten erzählen zu können die von Ausgabe zu Ausgabe als “Comic innerhalb des Comics” eingebunden, und meist von verschiedenen Autoren und Zeichnern verwirklicht wurden.
Viel zu Früh fiel diese Serie dann in ein kreatives Loch als mitte der 50er Jahre der Comic Code ausgerufen wurde, dessen ziel es war Comics kinderfreundlicher zu machen, und in Folge dessen die Geschichten fast gänzlich von übernatürlichen und okkulten Figuren wie Werwölfen und Vampiren befreite. Was diese Comicreihe allerdings nicht daran hinderte, nachdem sie 1983 aufgrund eher mäßiger Verkaufszahlen eingestellt wurde, im Jahre 1986 in alter Frische neu zu starten und mit insgesamt 321 Ausgaben bis 1998 ein stattliches Alter zu erreichen. Nun wanderte die Serie über zu Vertigo Comics, bekannter Maßen DC’s Ablagestelle für Comics mit intensiveren, erwachsenen Inhalten. Gerade diese Freiheit der Darstellung eher pikanterer Themen gewährleistet Möglichkeiten für die Serie, die man schon seit 1955 anstrebt: zu ihren düsteren, surrealen Ursprüngen zurückzukehren… und dank eines erfrischend neuem Konzeptes das von Sturges und Willingham ausgearbeitet wurde, darüber weit hinaus zu wandern.
Aber mal ehrlich, wen interessiert schon dieser ganze trockene, geschichtliche Pathos? Gehen wir doch lieber auf das hier angesprochene ‘Reboot’ ein, auch wenn ‘Reboot’ wohl nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Tatsächlich handelt es sich hierbei um eine indirekte Fortsetzung des Klassikers, die bereits in Neil Gaimans ‘Märchen für Erwachsene’ The Sandman ihren Ursprung finden konnte. So wurde etabliert dass sich das besagte Haus der Mysterien in ‘the Dreaming’, dem Reich der Träume und Hort von Sandmans Hauptcharakter Morpheus, befindet.
Gleich die erste Seite von Room & Boredom beruft sich auf die längst vergangenen Ursprünge, wenn Cain und Abel gemeinsam mit einem Tässchen Tee im Land der Träume den Tag ausklingen lassen, und Abel von seinem Bruder Cain eine Axt in die Brust gerammt bekommt. Jemand hat Cains altes Domizil, das Haus, gestohlen. Und nach Jahren des Ruhestandes ist es an der Zeit, es wieder zurück zu gewinnen.
So wird uns zu Anfang der große Unterschied zum ursprünglichem Haus klar: die neue, unverwüstliche Grundstimmung. Wenn auch mindestens genauso atmosphärisch und traumgleich wie in alten Tagen, liegt hierbei der Schwerpunkt viel mehr bei den Bewohnern des Hauses selbst und deren Vergangenheit. Oder auch ganz allgemein auf der Geschichte an sich, die sich von Kapitel zu Kapitel weiter ausbaut und schon in diesem ersten Sammelband richtig Lust auf einen packenden Höhepunkt macht, bei dem die vielen Fragen die sich aufgestaut haben, zumindest teilweise eine Beantwortung finden. Das Zentrum dieser Serie ist also eindeutig die Handlung, wohingegen die ‘Story’ im ‘Original’ eher das schmückende Beiwerk zu den wesentlich interessanteren Horrorkurzgeschichten war.
Das heißt natürlich nicht dass man sich von seinen Ursprüngen gänzlich entfernt hat. Auch hier haben von Ausgabe zu Ausgabe die Besucher dieses Etablissements eine düstere Geschichte auf Lager um sich so ein weiteres Getränk vom attraktiven und draufgängerischen Barkeeper Harry zu prellen. Geschichten, die nicht selten einen starken Magen des Lesers voraussetzen und die ein oder anderen gestärkten Neven. Schon die teuflische Geschichte im ersten Kapitel setzt den Grundton für alle Ausgaben, die noch folgen werden. Ohne zu viel zu verraten, dreht sie sich um eine naiv blonde, kindliche Schönheit vom Lande die sich in eine menschengroße Monsterfliege verliebt, und deren Früchte der Liebe ein böses Schicksal nach sich ziehen werden. Guten Appetit.
In alter Tradition werden diese kleinen, bösen Geschichte, Ausgabe zu Ausgabe von einem anderen Künstler bebildert. Während die Haupthandlung von Luca Rossi in schaurig, gotische Bilder realisiert wird, sind es Künstler wie die wunderbare Jill Thompson, die ihr schauriges stell-dich-ein geben. Dabei gelingt der raffinierte Clou, bei dem die betreffenden Künstler zwar ihren ganz persönlichen Stil in die Geschichten mit einfließen lassen, dennoch gerade in den kleinen Details Anleihen auf Rossis Zeichnungen machen, wodurch es zwar sehr stark verdeutlicht wird, wann die ‘bösen Märchen’ beginnen und enden, diese Übergänge allerdings sehr organisch und angenehm verlaufen.
Natürlich ist eine sich über Monate hinwegziehende Geschichte nur so gut, wie die Prota- und Antagonisten, die sie tragen. Auch hier haben Sturges und Willingham Figuren konzipiert, die zwar unterschiedlicher nicht sein können, doch gerade deswegen so gut miteinander harmonieren. Sei es der Frauenheld Harry der der schönen Kellnerin Cress sicherlich schon mehr als einmal das Herz gebrochen hat. Da ist der Poet, Koch des Hauses, ein hoffnungsloser Romantiker der zu jeder Tragik des Lebens ein Gedicht aus dem Herzen vorzutragen hat, man dessen scharfe, zynische Zunge allerdings besser nicht unterschätzt. Genauso wenig wie man die wilde Piratenbraut Ann unterschätzen sollte, die einem Besucher des Hauses schon ganz gerne mal den Arm auskugelt. Einfach weil sie ‘ihn eigentlich eh nicht so sehr mag’. Und dann haben wir auch noch den stillen Hauptcharakter der Geschichte, die Architekturstudentin Fig, die eines Nachts auf der Flucht vor zwei mysteriösen Gestalten durch eine Hintertür in das Haus gelangt ist, das – wie es die Ironie so will – genau dem Haus entspricht, das sie einst in ihren Träumen erdacht hatte.

Fünf Figuren, so unterschiedlich wie Tag und nacht, die aus verschiedenen Epochen und… vielleicht sogar… Dimensionen in dieses Haus gelangen konnten, und seitdem als Gefangene dort ihr Leben fristen müssen. Fünf Figuren über die man nicht weniger wissen könnte… ausser dass sie aus den Fesseln des Hauses entkommen wollen, koste es, was es wolle. Und natürlich die Vielzahl der Hausbesucher die aus verschiedensten Dimensionen angereist kommen, und für ein alkoholisches Getränk (oder sogar zwei) bereit sich, dem Leser mit ihren bedrohlichen Erzählungen einen Schauer über den Rücken zu Jagen. Charaktere, die in ihrer natürlichen Unsicherheit sich einer Sache nicht wirklich im klaren sind: der wahre Feind, ist das Haus selbst.
House of Mystery ist brillant aufgrund so vieler verschiedener Dinge. Vor allem zeigt sich die Brillanz in der Kombination aus einer spannenden Horrorhandlung und unheimlichen Gute Nacht Geschichten die dem Leser von Ausgabe zu Ausgabe das Fürchten lehren. Natürlich sind es auch die bunten, sympathischen Charaktere die uns bei den Händen packen undin eine Welt entführen die ungemütlicher nicht sein könnte, wir sie allerdings dennoch nicht loslassen möchten. Zumindest so lange nicht, bis auch die letzte Kerze ausgeblasen wird und man uns zur Bettruhe bittet. Gott stehe uns bei sollte dies eintreffen.

Mystery-Horror Matthew Sturges, Bill Willingham, Luca Rossi Cover: Sam Weber ©2008, DC COMICS / VERTIGO COMICS
Review | Superman: Birthright
by sp | | February 20th, 2010 | columns & rants, comics, reviews

“You want the suit to have a mask?” “Can’t. There’s the problem. If I want people to trust me, they’ll have to be able to see my face.”
“The origin of the Man Of Steel” steht im Untertitel. Wenn es nach mir ginge, müsste es “THE origin…“ heißen. Birthright war einer meiner ersten großen Superman-Comics und bereits beim ersten Lesen machte sich bei mir der Eindruck breit, dass das etwas ganz besonderes ist. Zu verdanken ist das zum einen Mark Waid, seines Zeichens Autor (Flash, Green Lantern, JLA, Supergirl, etc.) und zum anderen Leinil Francis Yu, der sich zusammen mit Gerry Alanguilan den künstlerischen Part zur Brust genommen hat. Rein oberflächlich betrachtet macht in meinen Augen der extrem sketchige, harte und zugleich unheimlich kraftvolle Zeichenstil den Reiz des Comics für mich aus. Yu hat es geschafft, einen Superman aufs Blatt Papier zu bringen, der dem “man” im Namen wirklich gerecht wird. Wir haben durchweg markante Gesichtszüge und einen überaus maskulin wirkenden Clark Kent. Er ist kein stereotypes Muskelpaket, aber man erkennt doch sehr deutlich seinen athletischen Körper, den er später noch eindrucksvoll zum Besten gibt. Außerdem mag ich seine Haare. Der Yu-Supes kann mühelos mit dem haarigen Biest von John Byrne konkurrieren! Überdies sieht man in einer Story mit Superman, dem Vorzeigebewohner der Erde, selten so viele dunkle und schattige Panels. Wirklich beeindruckend.
Ich leiste erstmal ein wenig inhaltstechnische Arbeit. Die ersten 20 Seiten beschreiben die letzten Stunden von Krypton und den psychischen Druck, dem Jor-El und Lara ausgesetzt sind, als sie keinen anderen Ausweg sehen und ihr geliebtes Kind auf die Reise ohne Wiederkehr schicken müssen. Jor-El ringt mit den Gefühlen, macht sich teils selbst für den Untergang des Planeten verantwortlich und sieht keine Zukunft für seinen Jungen.
“Hopeless. It’s hopeless. […] I warned them, Lara. The building pressure at Krypton’s core… the groundquake… my findings… all “under advisement” by an administrative council of dismissive fools.”
Lara, Sanftmut in Person, strahlt eine solche Ruhe aus, die uns Lesern nichts anderes als eine liebende Mutter suggeriert. Sie ist es, die ihrem Mann Beistand leistet, als er sich, starr vor Liebe, nicht in der Lage sieht, seinen Sohn fortzuschicken. Sie ist es, deren Mutterliebe so groß ist, um den Kleinen des Lebens wegen loszulassen und in das große Unbekannte entlässt.
“[…] Keep faith in what we have accomplished for… it is Kal-El’s only survival. [...] Jor, listen to me. I am so frightened. I cannot imagine Kal-El not in my arms. But he doesn’t need our science now. He needs our courage.”
Die Autoren vermitteln uns dabei ein überaus interessantes Bild von Krypton. Architektonisch gesehen wirkt alles hoch zivilisiert, sehr durchdacht und technisch auf dem höchsten Stand der Zeit. Die Details machen die großzügig verteilten kryptonischen Symbole aus, die dem begeisterten Anhänger alle bekannt sein dürften. Das gefällt mir sehr. Ich habe die “New Krypton”-Reihe noch nicht gelesen, gehe aber stark davon aus, dass ich dort mit ähnlicher Baukunst und Symbolik konfrontiert werde.
Krypton explodiert und der kleine Kal-El ist mit Kryptonit im Nacken auf dem Weg zur Erde.
Herzlich willkommen zu Superman: Birthright. Anders als gedacht, beginnt die Geschichte nicht etwa mit einem vermeintlichen Meteoriteneinschlag in Smallville. Nein, wir befinden uns in West Afrika und blicken einem 25-jährigen jungen Mann ins Gesicht, der in die Schussbahn mehrerer Pistolenkugeln sprintet und diese mit der bloßen Hand aufhält. Das haut einen erstmal um, oder nicht? Es stellt sich heraus, dass der junge Clark Kent für den “Ghana Dispatch”, wahrscheinlich das afrikanische Pendant zum Daily Planet, als freier Journalist unterwegs ist. Mit 18 Jahren hat er seine Eltern in Kansas verlassen um im Ausland zu studieren, das tut er seit nunmehr sieben Jahren. Diese Eingangssituation sollte nicht das letzte Mal sein, in der Clark Kent unfreiwilliger Augenzeuge eines eskalierten Bürgerkonflikts wird. Was seine Fähigkeiten angeht, wird er immer wieder gezwungen, weniger diskret zu sein, als man es von Superman in zivil gewohnt ist. Er stemmt einstürzende Gebäude, greift zu umfallen drohende Bäume ehe sie Menschen unter sich begraben und macht sich seinen stählernen Körper als Schild zu Nutze. Doch seine Ehrlichkeit und Offenheit gegenüber den Afrikanern besorgt ihn. Er stellt fest, dass die Bürger Angst vor ihm haben und paranoide Neigungen entwickeln.

“Ma, there’s got to be a way for me to use my abilities and yet not feel totally isolated by them. There’s got to be.”
Zwischendurch spielt Clark mit wilden Löwen und schreibt seiner Mutter von neu erlangten Fertigkeiten. So erwähnt er beispielsweise eine leuchtende Aura, die er um sämtliche Lebewesen herum sieht. Dabei nimmt er Farben wahr, die so schön sind, dass er ihnen keinen Namen geben kann.
“I’m not sure if that halo is a soul or an aura or what. I do know that at the end of the life cycle, it fades pretty quickly, and what’s left behind is… hard to look at. Empty in a way that leaves me empty, too. But when it’s there… my god, how it shines.”
Ich persönlich finde es sehr förderlich, dass uns die Kindheit von Clark Kent erspart bleibt und stattdessen ein 25-jähriger die Hauptrolle bekommt. Birthright ist nicht die erste Origin, die ich lese und so langsam reicht es auch. Meines Erachtens passt es zum außergewöhnlichen Zeichenstil von Leinil Francis Yu auch viel besser, die Kräfte einem erwachsenen Mann zu geben. Ein Kind tut der exorbitanten Stärke lediglich einen Abbruch. Auf den ersten Seiten werden wir mit seiner Unverwundbarkeit, seiner Schnelligkeit, Heat Vision und seiner Kraft vertraut. Ich kann euch nur eins sagen: das ist bemerkenswert!
Die Zeit vergeht und wir befinden uns in Kansas. Clark überrascht Martha und Jonathan Kent mit seiner Rückkehr und dem Leser wird ein Blick in das Leben der beiden Farmer gewährt. Hier sieht man erneut, dass Superman mit dieser Origin eine Frischzellenkur erleidet, Martha wird als jung gebliebene Mutter dargestellt, die leidenschaftlich sämtlichen außerirdischen Erscheinungen auf der Erde nachgeht. Dabei wird ihr eine zeitgemäße Internetaffinität zuteil. Sieht zwar witzig aus und sorgt für einen kurzes Schmunzeln, aber ich hätte es gerne wieder gestrichen. Ich empfinde es so, als würde man die Neuzeit in den Superman-Mythos reinprügeln wollen. Lasst es doch bitte sein…

Clark hat große Pläne, er ist sich seinem Schicksal bewusst und möchte künftig weiterhin Gutes bewirken. Das ist ihm in Afrika klar geworden. Zusammen mit Martha beginnt er aus den Decken, in die er während seiner Raumfahrt eingewickelt worden war, das ikonische Kostüm zu schneidern. Jonathan durchlebt dabei ein Gefühlschaos. Er hängt sehr an Clark und es fällt ihm schwer, ihn so selbstständig und erwachsen zu sehen. Seinen kleinen Jungen. “Pa” erleidet einen Nervenzusammenbruch und tut unüberlegtes, ohne jetzt zuviel verraten zu wollen.
“I didn’t say anything because I wanted to believe it hadn’t broken, Clark. But then you come back only to tell me you didn’t even want my name anymore. That you’re gonna go off and create a whole new identity for yourself. I miss my son.”
Der Koffer für die Reise nach Metropolis ist gepackt. Auf der einen Seite ein blauer Anzug, eingewickelt in ein riesiges rotes Cape. Auf der anderen Seite die Brille von Jonathan Kent, gewöhnliche Oberhemden und ein dunkles Jackett.
“I think I’m in love.”
In der Stadt bewirbt er sich um einen Job beim Daily Planet. Wo sonst? Dabei begegnet er der reizenden Lois Lane, die ihren Namen als toughe Journalisten mit leichten, aber nur ganz leichten Tendenzen zur Dickköpfigkeit alle Ehre macht. Vom zeichnerischen her gehe ich sogar so weit und sage, dass das die beste Lois Lane ist, die ich je gesehen habe. Hab ich schon gesagt, dass ich auf Leinil Francis Yu stehe? Ich kann an dieser Stelle leider nicht beschreiben, wie toll die Panels aussehen. Ihr müsst das wirklich selbst erleben. Ich wünschte mir, dieser Mann hätte “All Star Superman” gezeichnet. Meine persönliche Frank Quitely-Allergie hält nämlich immer noch an.
Weiter… auf den folgenden Seiten tritt der Retter in blau zum ersten Mal ins Rampenlicht. Die anfängliche Nervosität ist aus Clarks Knochen verschwunden, stattdessen durchströmt jetzt ein Adrenalinschub seinen Körper, der den Weg vom Papier bis zum Leser mühelos überwindet. Superman… darf ich schon Superman sagen? Egal, Superman geht dabei mit einer solch großen Souveränität vor, dass sämtliche Fanboy-Herzen Luftsprünge machen. Wirklich!

- “I’d prefer you make an appontm
- Shut up. Two dead, seventeen injured. Is this what you’ve come to?
- What I’ve–? I beg your pardon. Do I know you?
- … I’ve never met anyone like you.”
Im weiteren Verlauf der Geschichte deckt Supes auf, dass Lex Luthor, der Jugendfreund des Clark Kent, in wilde Machenschaften verstrickt ist. Die beiden stehen sich das erste Mal seit Jahren gegenüber und von Freundschaft ist keine Spur mehr. Mal davon abgesehen, dass Lex nicht weiß, wen er da vor sich stehen hat. Hin und wieder durchlebt Clark auch einige Flashbacks, die die Thematik des jungen Lex aufgreifen. Er war schon während der Schulzeit erstaunlich reif für sein Alter, was nicht nur seinen extraordinären Kleidungsstil betrifft. Des Weiteren glänzt Luthor sowohl mit hohem technischen als auch mit einem außerordentlichen wissenschaftlichen Verständnis, hat aber im Gegensatz dazu keinerlei soziale Kompetenzen.
“Lex always played it off, but I could tell what snawed at him the worst, what made him feel most alone, was the expression pretty much everyone but me had showed him by then—not just in school, but all over Smallville. Underneath all that scorn and mocking, Lex saw it bright as day on folks’ faces. It was fear. Not terror, just… unease. The sad truth is, people are afraid of what they don’t understand… or at least, can’t communicate with.”
Lex steigert sich dermaßen in seinen Fanatismus für fragwürdige Forschung, dass er seit mittlerweile zwei Wochen in seinem selbst errichteten Labor lebt und sich vor der Öffentlichkeit verbarrikadiert. Clark – die beiden haben ihrer Freundschaft vor kurzem streitbedingt gekündigt – beschließt Lex zu besuchen und begibt sich dabei in Lebensgefahr, als dieser ihm seine neueste Erfindung präsentiert: einen Generator für elektromagnetische Felder um Wurmlöcher zu erfassen. Ratet womit das Monstrum angetrieben wird… richtig, Kryptonit. Durch einen Unfall im Labor nimmt der zukünftige Industrie- und Wirtschaftsmagnat sein uns allen bekanntes äußeres an. Flashback Ende.
Ich bin hellauf begeistert von dieser Lex Luthor-Darstellung. Wirklich. Sein Charakter punktet bei mir ganz stark. Erstmal kleidet er sich verdammt lässig und hat eine ganz klare Vorstellung vom Leben. Leute, denen er nichts abgewinnen kann, bekommen seine fuck you-Mentalität zu spüren.
“Lex? Mr. Luthor, am I boring you?“ „No, you’re boring them. I’m beyond bored.”
Des Weiteren halte ich die Situation im Labor für gänzlich gelungen. Man sieht es ihm wirklich an, dass er sich dort über Wochen hinweg verschanzt hat und leidet. Er ist abgemagert, wirkt zerzaust und hat so etwas wie einen Tunnelblick für sein Ziel entwickelt. Die kleinsten Komplikationen lassen ihn seelisch explodieren, was der naive Clark schmerzlich zu spüren bekommt. Ich will mehr von diesem Lex lesen! Widmen wir uns wieder der Gegenwart und wenden uns dem erwachsenen Lex zu. Menschen verändern sich, heißt es immer. Ein Lex Luthor tut das nicht. Natürlich nicht. Kurz nach der Halbzeit von Birthright steht unser kriminelles Superhirn im Zenit seines bisherigen Schaffens: er ist es, der Superman über seine Herkunft aufklärt. Ihr müsst die Gesichter der beiden dabei sehen, Sprachlosigkeit, auf beiden Seiten, Überlegenheit in Verbindung mit Wahnwitz bei Lex und dann ein Ausdruck totaler Fassungslosigkeit des Man of Steel. Ich ziehe meinen Hut vor dem Zeichner, abermals.
Von hier an möchte ich eigentlich nicht mehr weiter auf den Inhalt eingehen, die Spannung soll euch selbstverständlich erhalten bleiben. Lasst euch bitte nicht den Einmarsch der kryptonischen Krieger in Metropolis entgehen! Nein, ehrlich, das ist ein absolut gutes Stück Kunst. Bei der Erzählung hat sich Mark Waid an zwei oder drei Stellen etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, das ist teilweise eine Spur zu „out there“. Versteht mich nicht falsch, ich meine nicht, dass die Momente zu verworren sind (hey, ich hab Final Crisis von Grant Morrison gelesen), ich hätte mir einfach mehr intelligente Erzählstruktur gewünscht, mehr logischen und rationalen Tiefgang. Mehr Augenblicke in denen ich als Leser nur sagen kann “Mein Gott, von der Seite habe ich das noch gar nicht betrachtet” oder “What the fuck! Wie kommt der Mann auf so was?!”. Versteht ihr? Parallel dazu muss ich aber auch sagen, dass ich erstaunt bin, wie groß die Story doch letztendlich geworden ist. Ich hab bisher die Erfahrung gemacht, dass Origins sich wirklich nur auf den Kern der Saga, auf den Protagonisten, beschränken und diesen in den Mittelpunkt setzen. Waid tat das auch, er teilte die Kernaussage aber in mehrere Stücke und hat noch eine weitreichende Geschichte drum herum gesetzt. Da hätte man auch locker ein eigenes Buch für schreiben können. Unabhängig von der Origin.

Ich hoffe die unzulängliche Anzahl an von mir hochgeladenen Bildern kann es verdeutlichen, wie bombastisch der Comic eigentlich wirkt. Wenn ich nur ein Wort hätte, um den Stil beschreiben zu müssen, würde ich “rough” in den Raum schmeißen. Yu erzeugt mit teils so wenigen Strichen eine Atmosphäre, die auf visueller Ebene ihresgleichen sucht. Es widerfährt einem soviel Zorn, Angst, Verzweiflung und Hass, gleichzeitig treffen die Gefühle aber auch auf eine ungeheure Menge an Panels voll mit Liebe, Aufrichtigkeit und Freude. Grandios!
“Mother… Father… I made it. “
Comic Quickie | Batman: Devil's Asylum
by Manuel | | February 10th, 2010 | Manuel, columns & rants, comics, reviews
Man stelle sich einmal vor dass man bereits seit dem zarten alter von 4 Jährchen tüchtig damit beschäftigt ist seine Comicsammlung aufzustocken. Für wahr kommen da so einige Perlen zusammen bei denen es schon gefunkt hat, als man mit seinen zarten Händchen das einladend glatte Hochglanzcover berührt hat. Eine Liaison zwischen Leser und Lesestoff, ein Funke der sich zu einem wilden Feuer entwickelt hat. Geschichten die Berge versetzen können, die inspirieren und zum nachdenken anregen. Selbst viele Stunden nachdem man die letzte Seite zugeschlagen hat. Wie nennt man das? Euphorie? Wahrlich fallen einem die Schuppen von den Augen, und vor lauter Begeisterung vergisst man regelrecht zu zwinkern, und die warmen Tränen die sich über das frisch luftschnappende Auge legen mögen zwar nicht die Bleichen Schuppen ersetzen können, lassen den Blick auf andere, beschauliche Werke aber dennoch ungemein limitieren.
Das soll natürlich nicht heißen dass man diese ‘anderen’ Werke vollkommen an sich hat vorbeiziehen lassen. Im Gegenteil, man liest sie, wirklich! Findet sogar gefallen an ihnen und bemerkt das Verstreichen von so manch unterhaltsamer Stunde. Trotzdem erscheint einem der zugrunde liegende Stoff als nichts weiter als eine unterhaltsame Trivialität, mit der man sich auch nicht weiter befassen möchte. Man merkt allerdings nicht, wie unrecht man dieser Lektüre allerdings tut. Und erst wenn man sie rund 13 Jahre später wieder aus der Mottenkiste herausholt und der Nostalgie wegen darin stöbert, die Tränchen wegwischt und sich der Poesie der Bilder vollends hingibt, fällt auf, dass einem etwas entgangen ist, das in Zeiten des Superheldenbombast zur Seltenheit geworden ist: ein stilles Meisterwerk.
Die Geschichte selbst könnte simpler nicht gestrickt sein. Kryppen, ein kleiner Giftmörder der aufgrund seines … extraordinären … Talentes, tödliches Gift aus seinen eigenen, körperlichen Sekreten zu gewinnen, unter ständiger Videobeobachtung innerhalb Arkhams Intensivstation steht, schließt einen Pakt mit dem Teufel – Neron. Der Teufel bietet Kryppen ein gar verführerisches Angebot, das nicht weniger als die Herrschaft über die gesamte Welt beinhaltet. Doch um in den Genuss dieser zünftigen Kost zu kommen, benötigt der Teufel zunächst eine Seele. Allerdings ist es nicht die Seele Kryppens, an die er interessiert ist. Nein nein, mit einem kleinen geistesgestörten Triebtäter weiß die Personifikation des Bösen nichts anzufangen. Viel mehr dürstet es den Unendlichen nach Gothams ganz eigenem Dämon der Nacht. Nun liegt es an Kryppen die Aufmerksamkeit von eben diesem zu gewinnen… und das um jeden Preis.
Es ist schon ironisch wenn man erst nach so vielen Jahren bemerkt, dass diese Geschichte zentral doch eine der interessantesten Themen moderner Batmangeschichten aufwirft, die aktuell in Grant Morrisons fabelhaftem derzeitigen Batmanrun aufgegriffen wird: Batman gegen den Drachen, den alten Mann, den Dämon – der Teufel. Doch dieser fast schon irrwitzige Twist wird so subtil in das Geschehen eingebaut, dass man es bewusst zunächst gar nicht wirklich wahr nimmt. Erst nach eingehendem studieren des Stoffes fallen so viele interessante Facetten und Strukturen auf die für sich stehend bereits ganze Bände füllen könnten. Wie kann Batman, ein Mensch aus Fleisch und Blut gegen eine Böse Kraft, so alt wie die Welt selbst, antreten und in einem direkten Kampf die Überhand gewinnen? Nicht überraschend ist es vor allem die psychologische Komponente dieser Auseinandersetzung, die den Ton der Musik angibt. Natürlich versucht der Dunkle Ritter Satan dort zu treffen, wo er es am wenigsten erwartet und es ihn doch am meisten schmerzt: seine Psyche. Dass dieser psychologische Kampf – Mann gegen Monster – innerhalb DCs Hauptstadt der Geisteskranken, nämlich Arkham, stattfindet – und der Teufel sich von dort aus sein irdisches Reich errichten will – versetzt dem Leser einen Schlag in die Magengrube, der so wunderbar sitzt als würde man die Faust ins Auge und einen Nagel in den Kopf gepfeffert bekommen.
Was das ganze vor allem interessant macht, ist die symbolische Komponente die zwischen den Zeilen steht. So macht sich Batman schon seit mehreren Jahren das Antlitz Satans zu nutze, kleidet sich in dessen Farben und Formen und versucht in Dämonischer Gestalt das Verbrechen in seinen Grundfesten zu zerstören. Scharfe Hörner krönen sein Haupt, ein kilometerlanges, zerfetztes Cape aus schwarzem Leder wie die Flügel eines Drachens schlingt sich um ihn, hüllt ihn ein und umarmt ihn förmlich, so wie er täglich die Nacht, den Wahnsinn und die Gewalt umarmt und willkommen heißt. Er ist eine Perversion von all dem,wofür der wahrhaftige Fürst der Finsternis steht. Nun tritt der Teufel, mit all seiner aus Rachsucht gewonnenen Macht auf den Plan um Batman Absolution zu erteilen, und ihn auf dessen blutige Seite zu ziehen. Wie so oft ist es Batmans ständiger Zwiespalt zwischen Rache und Gerechtigkeit die den entscheidenden Tropfen in das Fass kippt. Was bringt ihn dazu seine Ideale zu verraten und Vergeltung an seinen vielen Widersachern zu üben? Würde er es tun um dafür das Überleben hunderter zu gewährleisten? Ist der Verlust seiner Seele an den Leibhaftigen das schlimmste Übel das ihm zuteil wird, oder steht viel mehr die Angst in die Grube des eigenen Wahnsinns zu fallen im Vordergrund?
Getextet wurde das ganze von Alan Grant, der bereits 1995 (als dieser Comic veröffentlicht wurde) ein alteingesessener Hase in der Branche war. Viele werden wohl den ersten Kontakt mit ihm gemacht haben, als er noch die Manuskripte zu der dystopischen Technoir-Satire Judge Dredd für das britische Comicmagazin “2000 AD” verfasst hat. Für Batman hat er unter anderem einige der relevantesten Charaktere der ‘Modern Age’ mitbegründet, die auch heute noch fixer Bestandteil des Batman Multiversums sind. Neben dem anarchischen Freiheitskämpfer Anarky (in dessen eigener Miniserie nicht nur viele politische Ansichten Grants mit einflossen, sondern auch seine ganz persönliche Betrachtungsweise von Religion) und dem psychopathischen Auftragskiller Tally Man, gehen auch Dr. Jeremiah Arkham – der Neffe von Amadeus Arkham und neuer Leiter der Irrenanstalt, und der Triebtäter mit Sinn für das ästhetische im Sterben, Mr. Zsasz. Die letzten Beiden sind auch hier in einigen mehr oder minder schlagkräftigen Nebenrollen Vertreten. Vor allem Jeremia entführt den Leser in sein ganz persönliches Tagebuch, und lässt uns einen Blick auf seine… unorthodoxen… Therapiemethoden erhaschen. Wieder einmal bemerkt man dass die Linie zwischen Genie und Wahnsinn dünner nicht sein kann.
Devil’s Asylum ist wahrlich ein Heidenspaß… sogar für Nichtheiden. Auch wenn man nach gerade einmal rund 40 Seiten gemeinsam mit Batman in die Nacht entlassen wird, sind es 40 Seiten die ein Lächeln, sowohl auf den Mündern von Batmanfans, als auch von Hobbyesoterikern und Sonntagssatanisten, wie auch ewigen Goths und Gruftis zaubern werden. Ganz nebenbei gesagt ist es vermutlich eine der kompaktesten, spannendsten und mitreißendsten Batmangeschichten der letzten 20 Jahre die vor allem Arkham Veteranen, die selbst nach solchen Werken wie A Serious House On A Serious Earth noch immer nicht genug vom Etablissement für geistig Verwirrte haben, mit all seinen liebevollen Details im Bezug auf dessen Infrastruktur, begeistern wird.
There… I said it…!
Mystery - Horror Alan Grant, Rick Burchett, Brian Stelfreeze Cover: Dave Taylor © 1995, DC COMICS
10 Jahre, 10 Filme – Ein Cineastischer Rückblick Auf Eine Dekade
by Manuel | | January 24th, 2010 | Manuel, columns & rants, movies, reviews
21 Grams (2003)
Auf den Punkt perfekt definierte Charakteranalyse über die Bedeutung von Liebe in unserer heutigen Zeit und die Schwere der Menschlichkeit. Wie weit würde man für Liebe gehen? Was würde uns dazu bringen einen Menschen zu töten oder seine Ermordung zu billigen? Themen die mich gerade Heute sehr beschäftigen und die zunehmend in meine Arbeiten einfließen. Dieser Film ist eine unheimliche Inspiration für mich und nicht nur einer der ganz großen Filme der letzten Dekade, sondern einer meiner Lieblingsfilme überhaupt. [...]








